Baltrum

Baltrum

Wie sauber eingefädelte Perlen liegen die zwölf Ostfriesischen Inseln und Inselchen vor der Festlandküste Niedersachsens. Nur sieben der Inseln sind bewohnt und genau in der Mitte dieser sieben Inseln liegt die Insel Baltrum. Mit ihren insgesamt ca. 7 km² Fläche (ca. 5 km lang und etwa 1,4 km breit) ist sie eine der kleinsten Inseln, die nur gute 4 km vom Festland und nur einen Kilometer von der Nachbarinsel Norderney entfernt ist.

 

Baltrum damals

Aufgrund schriftlicher Aufzeichnungen ist davon auszugehen, dass die Insel bereits in der Antike bekannt war. Die erste urkundliche Erwähnung stammt jedoch erst aus dem Jahre 1398, als die Baltrumer Familie Tom Brok die Insel «Balteringe » den Wittelsbachern übereignete.

Im Laufe der Jahrhunderte mussten die wenigen Inselbewohner (1650 waren es nur 14) immer wieder umsiedeln, da bebaute Teile der Insel wegen Übersandung durch Wanderdünen oder nach Sturmfluten aufgegeben werden mussten.

Hinzu kamen Erosionsverluste, die zu einer Verlagerung der Insel geführt haben. Seit dem 17. Jahrhundert hat die Insel im Westen etwa 4,5 km Land verloren, es kamen aber im Osten nur etwa 1,5 km Land hinzu. Die vormals lang gestreckte Insel verfügt heute über eine eher gedrungene Form. Um die Insel vor weiterem Landverlust zu schützen, wurden ab 1870 am Westkopf Buhnen errichtet. 1876 wurde Baltrum «Seebad», doch auch nach Eröffnung der ersten beiden Hotels der Insel 1892 bzw. 1895 hielt sich die Anzahl der Besucher sehr in Grenzen, da es noch keine regelmäßige Fährverbindung gab. Diese wurde erst 1928 aufgenommen. Im Jahre 1966 erhielt die Insel den Status „staatlich anerkanntes Nordseeheilbad“.

 

Baltrum heute

Jährlich empfangen die etwas mehr als 500 Einwohner der Insel über 30.000 Gäste auf ihrer autofreien Insel. Der über 2,5 km lange, feine Sandstrand, lädt, je nach Jahreszeit zu Badeurlaub und Sportaktivitäten (Schwimmen, Windsurfen etc.) oder ausgiebigen Spaziergängen ein. Die Salzwiesen, die die Deiche zwischen Land und Meer schützen, sind auch Lebensraum für die verschiedensten Vogelarten.

Der Baltrumer Hafen ist nicht nur Ziel- und Ausgangspunkt für den touristischen Fährverkehr, er dient auch als Anlegestelle für die heimischen Kutter. Und wer die Insel nicht auf dem Wasserweg erreichen möchte, kann den Inselflugplatz nutzen, auf dem einmotorige Flugzeuge landen dürfen.

Auf Baltrum gibt es zwei Dörfer. Das kleinere Ostdorf, zwischen Wattenmeer und Salzwiesen im Süden und der weiten Dünenlandschaft im Norden und Osten gelegen, wird für seine Ruhe und Abgeschiedenheit (weder Restaurants noch Einkaufsmöglichkeiten) geschätzt.

Das größere Westdorf, zwischen befestigtem Westkopf im Westen, den Hellerwiesen im Süden und dem Sandstrand im Norden gelegen, bietet Einkaufsmöglichkeiten und das Erlebnisbad. Hier findet man auch diverse Restaurants, Tennisplätze, das Haus des Gastes, in dem kulturelle Veranstaltungen stattfinden, die Kirchen der Insel (Alte Inselkirche von 1826, Große Evangelisch-Lutherische Inselkirche von 1929/30 und St. Nikolaus Kirche von 1956) und die schöne Strandpromenade.

Direkt an die beiden Dörfer schließt sich die Baltrumer Dünenlandschaft an. Die beiden Aussichtsdünen (eine knapp 19 Meter hoch, die andere gut 22 Meter hoch) bieten einen traumhaften Rundumblick über die Insel bzw. einen schönen Ausblick auf den Wasserturm von Langeoog.

Das historische Pfahlschutzwerk (300 Meter langer Wellenbrecher) und der Baltrumer Gezeitenpfad, teilweise interaktiver Lehrpfad mit Informationstafeln über Inselgeschichte, Gezeiten und Naturschutz auf Baltrum sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

Weiterführende Informationen:

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