Bernstein – Gold des Nordens

Bernstein – Gold des Nordens

Wer kennt sie nicht, die Bernsteine, sei es aus Bildern, von musealen Ausstellungsstücken, von verarbeiteten Schmuckstücken oder von den tatsächlich am Brandungssaum selbst gemachten Funden. Die Farbe kann goldgelb, hellgelb, honiggelb, bräunlich, fast weiß oder orange bis zu rötlich und bräunlich sein.
Bernstein ist ein von Sagen und Mythen umwobener magischer Stein – schon immer begehrt und bewundert fasziniert er bis heute. Er war bereits in der Antike ein gefragtes Handels- und Tauschobjekt, schon vor über 10.000 Jahres stellten die Menschen Schmuckstücke aus dem fossilen Harz her. Bernstein, der an den Küsten der Nord- und Ostsee angespült wird, ist ca. 40 bis 50 Millionen Jahren alt und entstand aus dem Harz der subtropischen Nadelwälder des Ostens.
Selten und daher äußerst begehrt sind Bernsteine mit sogenannten Inklusen, das sind die während der Tertiärzeit von dem noch flüssigen Harz eingeschlossenen Insekten, kleinen Gliederfüßern aber auch Pflanzenteile wie Moose, Flechten oder Vogelfedern.

Und viele Urlauber verbinden ihren Aufenthalt am Meer mit dem absoluten Muss, Bernstein bei den ausgedehnten Strandspaziergängen zu finden, für sich selbst oder um den Lieben daheim ein entsprechendes Souvenir mitzunehmen.
Um es gleich vorweg zu sagen: Für die Gäste, die während der Sommermonate an unseren Küsten ihren Urlaub verbringen, stehen die Erfolgsaussichten für Bernsteinfunde äußerst schlecht: Das Wasser ist dann zu warm, denn nur, wenn das salzige Meerwasser bei Temperaturen um ca. 4º C die notwendige Dichte erreicht, ist der Bernstein leichter als das Wasser und kann nach oben auftreiben.

Also bestehen die besten Chancen, Bernstein zu finden, kurz nach den Herbst- und Winterstürmen mit auflandigen Winden. Dann findet man mit viel Glück und auch rechtzeitig vor den anderen Sammlern, die oftmals mit Taschenlampen „bewaffnet“ schon mit Beginn der Morgendämmerung unterwegs sind, den Bernstein versteckt zwischen Tang, Holz, kleinen Steinen und Muschelschalen im Spülsaum am Strand.
Unbestritten haben Bersteinsammler die besten Chancen an den mecklenburgischen Ostseestränden und die vor allem an den Außenstränden der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, auf Hiddensee, Rügen und Usedom. Während es an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste kaum nennenswerte Bernsteinfunde gibt, lohnt sich die Suche an der Nordseeküste und hier vor allem im Watt vor St. Peter-Ording und vor Büsum, an den Stränden der Ost- und Nordfriesischen Inseln oder auf der Düne von Helgoland. Bernsteinsuche kann jedoch auch an der Westküste Dänemarks erfolgreich sein.

Und wie erkennt man nun den Bernstein, der normalerweise ja nicht funkelnd und poliert am Strand liegt, sondern oft sogar mit einer dünnen Verwitterungskruste umgeben ist, die ihm dann zudem ein sprödes und rissiges Aussehen verleiht?
Einmal ist Bernstein viel leichter als ein ähnlich aussehender Stein am Strand. Die Gewissheit, Bernstein zu erkennen bringt ein Test, bei dem man das Fundstück gegen den Zahn klopft (bitte vorsichtig!): Ein weicher Ton deutet auf Bernstein hin – ein ähnlich aussehender Stein klingt dabei wesentlich härter.
Eine weitere Möglichkeit, die Echtheit von Bernstein zu prüfen besteht im Reibetest: Trockener Bernstein lädt sich bei Reiben mit einem Wolltuch elektrostatisch auf und zieht z.B. kleine Papierschnipsel an. Sicher ist auch der Salzwasser-Test. 15 Gramm Salz auf eine Tasse Wasser, und Bernstein sollte an der Oberfläche schwimmen.

Die Notwendigkeit, sich von der Echtheit eines gefundenen Steins als Bernstein zu überzeugen wird dadurch unterstrichen, dass es in der Vergangenheit immer wieder zu Verletzungen und sogar zu tödlichen Unfällen bei der Verwechselung zwischen Bernstein und den aus Brandmunition des 2. Weltkrieges stammenden Phosphorklumpen gekommen ist. Phosphor entzündet sich selbst, sobald es getrocknet ist und kann zu schwersten Verbrennungen führen.

Experten verlangen, dass das Bernsteinsammeln in bekannten Phosphor-Problemgebieten zum Schutz der Urlauber verboten werden sollte. Dabei werden insbesondere 3 Orte genannt: Tossens an der niedersächsischen Nordsee, Laboe an der Kieler Förde und die Insel Usedom in der Ostsee.

ABER ACHTUNG : Nicht alles was nach Bernstein aussieht, ist auch Bernstein. Es werden vermehrt ( Ostsee ) sehr gefährliche, dem Bernstein zum verwechseln ähnlich aussehende Kriegsrückstände aus aus dem 2 Weltkrieg angespühlt, siehe einen Bericht im Stern: Phosphor-Klumpen ähneln sehr Bernstein

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