Norddeutsches Landesmuseum Hamburg

Der Hamburg-Besucher sollte es nicht versäumen, das Altonaer Museum zu besuchen, das als Norddeutsches Museum über eine umfangreiche kulturgeschichtliche Sammlung mit regionalem Schwerpunkt herrscht. Seit 1901 befindet sich das Museum, das 1863 gegründet wurde, in der Altonaer Museumsstraße 23. Neben seiner Hauptsammlung in Altona verfügt es über die Außenstellen Heine Haus in der Elbchaussee 31, das Jenisch Haus in der Baron-Voght-Straße 50 und das am Curslacker Deich 284 gelegene Rieckhaus.

Die Keramik-Sammlung
Einen hervorragenden Einblick in die Norddeutsche Wohnkultur bietet die Keramiksammlung des Museums. Besonders hervorzuheben sind die alten, gefliesten Bauernstuben. Die Wandfliesen zeigen häufig biblische Motive, florale Muster oder Landschaftsdarstellungen, Tiere und Hirtenszenen. Einen interessanten Einblick in die Alltagsgeschichte Norddeutschlands bietet auch die Keramiksammlung, die dekoratives Geschirr aus Porzellan genauso umfasst wie alltagstaugliche Vorratsgefäße aus Steingut. Eine Besonderheit sind die „Möschenpötte“. Es handelt sich um spezielle Gefäße, in denen der Wöchnerin nach einer glücklichen Geburt eine nahrhafte Suppe gereicht wurde.

Lauenburger Raths-Apotheke, Dufke-Laden und Schiffbausammlung
Ein pharmaziegeschichtliches Kleinod stellt die Lauenburger Raths-Apotheke dar, deren historische Ausstattung vollständig erhalten ist. Die Besucher können die alten Schränke, Töpfe, Mörser, Waagen, Mikroskope, Thermometer und Fayencen im Rahmen von Sonderführungen aus nächster Nähe betrachten. Die Geschichte der Apotheke reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Von 1732 bis 1822 war sie im Besitz des Lauenburger Rates und danach in den Händen wechselnder Privateigentümer. Im Jahre 1996 gelangte sie in die Sammlung des Altonaer Museums.

1978/79 fand die Einrichtung des Ladens von Magdalena Dufke den Weg in die Sammlung des Norddeutschen Landesmuseums. Gegründet wurde der Laden Ende des 19. Jahrhunderts und existierte als Bedienladen bis Ende der 70er-Jahre. Als eine Art „Tante-Emma-Laden“, besonders für den Landhandel, steht er für eine Form der Einkaufskultur, die heute nahezu vollständig verschwunden ist.

Über den Schiffbau in Norddeutschland können sich die Besucher in der Schiffbausammlung informieren. Die Ausstellungsstücke aus dem Bestand früherer Werften geben einen Einblick in die Techniken und Fertigkeiten der Schiffbauer im 19 Jahrhundert. Die Präsentation von Werkstücken und Werkzeugen sowie Dioramen heben die heute kaum noch bekannten Techniken und Fertigungsabläufe des Schiffbaus aus der Vergessenheit.

Service und Öffnungszeiten
Neben der Dauerausstellung bietet das Museum auch regelmäßige Führungen, Vorträge und Exkursionen an. Auch an der „Langen Nacht der Museen“ beteiligt es sich alljährlich. Ein Kinderprogramm gewährleistet, dass ein Museumsbesuch auch für die Kleinen nicht langweilig wird. Traditionelle norddeutsche Spezialitäten umfasst das gastronomische Angebot der „Vierländer Kate“.

Das Museum ist täglich mit Ausnahme von Montag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Wegen Umbauarbeiten ist es vom 2. Januar 2013 bis zum 30. April 2013 für den Besucherverkehr gesperrt.

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