Deiche – Unsere Schutzwälle gegen Sturmfluten an der Nordseeküste

Deiche – Unsere Schutzwälle gegen Sturmfluten an der Nordseeküste

Wir gut sind die Deiche an der deutschen Nordseeküste ?

Vor wenigen Tagen fand in Südtondern im Kreis Nordfriesland die Deichschau statt. Die alljährliche sogenannte Herbstschau, die mit Vertretern des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz des Landes Schleswig-Holstein, des Deich- und Hauptsielverbandes Südwesthörn-Bongsiel, der Sielverbände sowie der DB-Netz wegen des Hindenburgdammes mit seinem Vorland, bescheinigten dem in diesem Abschnitt 22 Kilometer langen Landesschutzdeich einen „guten und wehrhaften Zustand“.

Mit dieser Aussage wird bescheinigt, dass hier die Küstenschutzanlagen sowohl von der Standsicherheit als auch von der Beschaffenheit der dazugehörigen Anlagen für kommende Stürme gewappnet sind und Menschen im Hinterland der Deiche den Elementarereignissen in Herbst und Winter geschützt entgegensehen können.

Küstenschutz und die damit verbundene Beschaffenheit der Deich ist heute und gerade heute eine unabdingbare Voraussetzung für das Leben an der Nordseeküste.Auch im 21. Jahrhundert hat das alte plattdeutsche Sprichwort „Keennich will dieken, de muttwieken“
(wer nicht will deichen, der muss weichen) nichts an Aktualität verloren:
An der deutschen Nordseeküste steigt nach Messungen der Forscher der Meeresspiegel seit einigen hundert Jahren um 10 bis 30 cm je Jahrhundert.

Seit etwa 100 Jahren erleben die Meere eine Ausdehnung, die in einem direkten Zusammenhang mit der Erderwärmung steht, die zum Teil auf menschliches Handeln und Wirken zurückzuführen ist – Stichwort „Treibhauseffekt“. Somit erscheint eine Bedrohung der Küsten durch das Klima und die damit verbundene Verstärkung von Wetter- und Klimaextremen sehr real.

Und wenn die Perspektiven der Klimaforscher stimmen, dann wird sich das Klima in Folge der stetigen Vermehrung der Treibhausgase in der Atmosphäreweiter ändern. Szenarien deuten an,dass der Meeresspiegel weiter ansteigen könnte, um geschätzte 10 – 90 cm innerhalb der nächsten 100 Jahre. Dabei wird auch eine Intensivierung der Stürme und damit ein vielfacheres Auftreten von Sturmfluten für möglich gehalten.

Die Gefahr eines steigenden Meeresspiegels ist somit für den modernen Küstenschutz eine große Herausforderung: Von der gesamten Küstenlänge Schleswig-Holstein von etwa 2000 Kilometer sind im Bereich der Westküste ca. 300 Kilometer mit Schutzdeichen versehen.
Der wehrhafte Zustand der Deiche, der kontinuierlich geprüft und durch bauliche Maßnahmen mit einem teilweise immensen Kostenaufwanderhalten wird, ist für die Menschen der Region lebens- und überlebenswichtig:Die letzten schweren Katastrophen ereigneten sich 1953, als in den Niederlanden, Belgien und England 2160 Menschen ums Leben kamen und 1962, als an der deutschen Küste und vor allem an der Elbe ein schweres Hochwasser 340 Todesopfer forderte.

Die letzten Sturmfluten der Jahre 2006 und 2007 und auch die beiden Orkantiefs „Christian“ und „Xaver“, die im Oktober bzw. im Dezember 2013 mit Surmfluten die Küsten heimsuchten, haben verdeutlicht, dass Küstenschutz und Deichbau für die Bundesländer an der Nordsee gemeinsam mit dem Bund eine dauerhafte und wichtige Aufgabe bleiben.

Und auch, wenn die Deiche den Urlaubern und Gästen unserer Regionen zunächst den Blick auf das Wattenmeer versperren, wenn Deiche und Deichstraßen als beliebte Wander- und Radfahrwege genutzt werden und die vierbeinigen „Rasenmäher“ auf und an den Deichen geschätzte Fotomotive sind – Deiche sind hier nicht mehr wegzudenken. Denn „Wer nicht will deichen…“, na Sie wissen schon.

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