Denkmalpflege auch im hohen Norden

Denkmalpflege auch im hohen Norden

  

Der „Tag des offenen Denkmals“ – Ein Streifzug durch die Vergangenheit

Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit dem „Tag des offenen Denkmals“ eine Großveranstaltung, bei der in jedem Jahr am zweiten Sonntag im September bundesweit mehr als 7.500 Denkmale geöffnet sind.

Das Ereignis geht zurück auf eine Idee des Europarates, der im Jahr 1991 offiziell die „European Heritage Days“, die „Tage des Europäischen Denkmals“, begründete. Die Öffnung historischer Bauten und Stätten, die sonst für die Öffentlichkeit nicht oder nur teilweise zugänglich sind, die fachkundigen Führungen durch Eigentümer, Denkmalschützer, Archäologen, Restauratoren und Handwerker offenbaren nicht nur deren Arbeitsweisen und -techniken, sondern machen für viele Fachleute, aber auch für Architektur- und Geschichtsliebhaber, diesen Tag zu einem interessanten Streifzug in die Vergangenheit.

 

„Gemeinsam Denkmale erhalten“ – das Motto für den „Tag des offenen Denkmals“ 2016

Die jeweils jährlich wechselnden Themenschwerpunkte am „Tag des offenen Denkmals“, der von der Stiftung vorbereitet und bundesweit koordiniert wird, sollen ein weitgehend flächendeckendes Spektrum an geöffneten Denkmalen und damit eine größtmögliche Zahl an interessierten Besuchern erreichen.
So waren z.B. am 13.9.2015unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“mehr als 7.700 historische Bauten, Parks und archäologische Stätten für Kultur- und Geschichtsfans geöffnet und rund vier Millionen Besuchernutzten die Gelegenheit, vor Ort alte Turbinentechnik, Hydraulikbrücken, historische Mühlenanlagen oder traditionsreiche Kleinindustrie wie Webereien und Brauereien live zu erleben.
Unter dem Motto für 2016 „Gemeinsam Denkmale erhalten“ möchte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht, auch in diesem Jahr am Sonntag, den 11. September 2016, auf einen Schwerpunkt aufmerksam machen, bei dem es gilt, dabei zu helfen und weitere Denkmale vor dem Verfall zu retten.

 

Dabei soll es nicht nur darum gehen, neue Förderer zu gewinnen und Förderinitiativen zu optimieren und zu koordinieren, sondern beispielhaft zu demonstrieren, wie ein Zusammenspiel von privaten Initiativen mit Vereinen und ehrenamtlich Tätigen, mit Denkmalbesitzern und Denkmalnutzern sowie mit den Denkmalbehörden gut gelingen kann. Der Tag soll natürlich auch genutzt werden, neue Mitstreiter zu gewinnen, aber auch gleichzeitig den Partnern einer eindrucksvollen Zusammenarbeit zu danken, das Erreichtes zu feiern und sich gegenseitig für neue Ideen zu motivieren.

 

Denkmalschutz und Denkmalpflege – öffentliches Anliegen in Schleswig-Holstein

Mit der Berufung des Gymnasialoberlehrers Prof. Dr. Richard Haupt zum zunächst ehrenamtlichen Provinzialkonservatorim Jahr 1893 begann auf dem Gebiet des heutigen Schleswig-Holsteins die Begründung und Etablierung der amtlichen Denkmalpflege, hatte dieser doch bereits von 1886 bis 1890 eine Bestandsaufnahme der Bau- und Kunstdenkmäler im Lande vorgenommen.
Dabei standen im Focus besonders die herausragenden Kunst- und Geschichtsdenkmälern im öffentlichen und kirchlichen Besitz. Ab 1924 entwickelte sich das Amt zu einer kleinen Behörde, die sich nun unter Ernst Sauermann, dem Direktor des Provinzialmuseums in Kiel,
auch der Pflege von Denkmälern bürgerlicher und bäuerlicher Kultur widmete. Nach 1945 wurde das Landesamt für Denkmalpflege gebildet und 1958 ein Denkmalschutzgesetz verabschiedet und eine permanente Erweiterung der Aufgabenstellungen für das Landesamt vorgenommen, wie zu den Zeugnissendes Städtebaus und der Alltagskultur, die Gartendenkmalpflege, die Erhaltung und Pflege kulturlandschaftsprägender Elemente und Denkmalbereiche und letztlich die technischen Kulturdenkmale.

„Gemeinsam Denkmale erhalten“ – Denkmale in Nordfriesland

Für den „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, den 11. September 2016, stehen in Norden unseres Bundeslandes, in Nordfriesland, Dithmarschen, im Kreis Schleswig-Flensburg und in Flensburg insgesamt 14 verschiedene Objekte zur Besichtigung bereit, in denen auch teilweise Führungen angeboten werden.

In Nordfrieslandsind das folgende Objekte:

Das „Hans-Momsen-Haus“, Gabrielswarft, 25899 DagebüllFahretoft
Das aus dem Jahr 1680 stammende uthlandfriesische Haus mit Anbau war Wohnsitz des Universalgelehrten Hans Momsen (1735-1811), als Kulturdenkmal eingetragen seit 1980. Es diente bis zum Erwerb durch die Hans-Momsen-Gesellschaft als Mietshaus und wurde danach restauriert und in seinen ursprünglichen Bauzustand versetzt. Seit 2015 Museum. Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Die „St.Gallus-Kirche“, Mitteldeich 24, 25899 GalmsbüllNeugalsmbüll
Durch den Kieler Architekt Friedrich Moldenschardt in den Jahren 1888 – 1891 als einschiffiger, neugotischer Backsteinbau mit einem eingezogenen eckigen Chorraum und Kratzputz-Innenausstattunggeschaffen. 2000 mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz restauriert. Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Die „St.-Laurentius-Kirche“, Dorfstraße, 25926 Karlum
Spätromanischer Backsteinbau,erbaut um 1200,Umbauten von 1875 bis 1878. Eine der ältesten noch erhaltenen Glocken des Landes, romanischer Taufstein, Altar von 1661, frühgotisches Triumpfkreuz aus dem 13. Jh., reich verzierte Renaissancekanzel von 1578, drei große Gemälde aus der Schule der flämisch-holländischen Barockmalerei 1670.

Die „Amrumer Windmühle“, Wasterstigh, 25946 Nebel auf Amrum
Ist eine Erdholländer-Windmühle aus dem Jahr 177. Eine Restaurierung der Kappe, der Windrose mit Windrosenbock, Mühlenflügelruten und Reeteindeckung erfolgte 2012/13.

Das Herrenhaus Hoyerswort, Kotzenbüller Chaussee 2, 25870 Oldenswort, ist ein 1988 restaurierter Renaissancebau und heute einziger herrschaftlicher Wohnsitz auf Eiderstedt. Um 1580-94 vom Staller Caspar Hoyer errichtet, mit doppeltem, parkähnlichen Grabensystem umgeben. Zweigeschossiges Backstein-Traufenhaus mit geschweiften Renaissancegiebeln, Erker und achteckigem haubenbekröntem Treppenturm.

Das „Haus Peters“, Dörpstraat 16, 25882 Tetenbüll wurde um 1760 erbaut und war bis bis 1955 Wohntrakt eines ehemaligen Haubargs der Familie Peters. Im Inneren befindet sich ehemaliger Kolonialwarenladen von 1820 sowie die älteste, an ihrem Ursprungsort erhaltene und öffentlich zugängliche, ländliche Hökerei in Schleswig-Holstein. Küche und Stuben sind mit gründerzeitlichem Mobiliar ausgestattet. Seit 1991 als Museum, Galerie und Ausstellungsort genutzt.

 

Vielleicht nutzen Sie mit der Familie, mit Freunden und Bekannten am „Tag des offenen Denkmals“ die Möglichkeit der Besichtigung und lernen bei dieser Gelegenheit nicht nur Denkmale kennen, sondern erfahren auch etwas über die Region Nordfriesland und ihre Vergangenheit.

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