Der Indian Summer Nordfrieslands

Der Indian Summer Nordfrieslands

Goldener Herbst im Norden

Nach schönen Sommer-Wochen, die in diesem Jahr mit einigem Verzug begonnen haben, wird von Seiten der Urlauber und Gäste unserer Region wettermäßig nun nicht mehr erwartet: Das Nordseeist zum Baden inzwischen schon wieder zu kalt und man rechnet nun eigentlich mit dem herbstlich obligatorischen Schietwetter.

Ein untrügliches Zeichen dafür ist z.B., dass Autokolonnen in Richtung Nordfriesland, zu den Inseln und zum Autozug nach Sylt den Kolonnen, die sich in Richtung der Autobahnen nach Süden bewegen, deutlich unterlegen sind.

Erwartet wird jetzt, dass es nass und kalt wird, hochgeschlagene Mantelkragen, Wollmützen und Schals, Friesennerze und Gummistiefel gehören zu dem modischen Outfits. Die Wenigen, die als hartgesottene Gäste unserer Region sich noch gerne vom Wind an den Stränden durchpusten lassen oder gegen den Wind auf den ausgedehnten Radwegen die Landschaft erkunden und entdecken, sind auch diejenigen, die jetzt einen heißen Tee oder Kaffee, einen Teepunsch oder einen Pharisäer zu schätzen wissen, wenn ein plötzlicher Schauer heraufzieht.

Aber diese Gäste haben gegenwärtig noch ein ganz besonderes Erlebnis: Unseren „Goldenen Herbst“. Das Hochdruckgebiet „Sophie“ und seine Nachfolgerinnen „Tomoka“ und „Ullrike“ schirmen uns gegenwärtig erfolgreich von den Auswirkungen der sonst üblichen atlantischen Schlechtwettergebiete ab. Das bringt uns ein ruhiges, freundliches Herbstwetter, mit häufigemSonnenschein und wenig Wind. Klare und oftmals kalte bis sehr kalte Nächte garantieren auch für die folgenden Herbsttage dieses ausgesprochen schöne Herbstwetter.

Diese ungewöhnlich trockene und warme Wetterperiode, begleitet von einem kaum bewölkten und einem strahlend blauen Himmel – so stellt man sich den Indian Summerauf dem nordamerikanischen Kontinent vor. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die bereits eingesetzte intensive Blattverfärbung in den wenigen Waldgebieten unserer Region und um die Häuser und in den Gärten, die dem Herbst ihren eigenen Zauber verleihen – die oft uralten Obstbäume in den Bauerngärten stehen in voller Pracht und die die Grundstücke umgebenden Hecken sowie die Knicks zwischen den Feldern und Weiden bilden die letzten Farbkleckse für dieses Jahr.

Bei einer gelb-rötlichen Sonneneinstrahlung, insbesondere bei den Sonnenaufgängen oder den Sonnenuntergängen lässt sich ein goldener Farbton erkennen, der diesen Herbsttagen seinen Namen verliehen hat.

Mit dem „Gold“ ist dabei nicht nur der so wahrgenommenen Farbton sondern auch der Umstand, dass diese Landschaft mit der entsprechenden Wetterlage von vielen Menschen einfach als schön empfunden wird.

Die abgeernteten Felder, auf denen vielfach bisher der angebaute Mais die Sicht versperret, lassen nun wieder den Blick auf einen Weite in Nordfriesland zu, die gemeinsam mit dem hohen, blauen Himmel das besondere Licht des Nordens ausmacht.

Der Maler und großer Sohn unserer Region, einer der der führenden Maler des Expressionismus, Emil Nolde, schrieb hierüber einmal „ Das Licht zaubert Wunderbares in die karge Menschenlandschaft“. Und gerade dieses Licht besticht dann auch in seine Bilder, macht die Weite seiner Sicht auf unserer Landschaft aus.

Und wer sie so einmal gesehen und bewusst erlebt hat – die Weite der nordfriesischen Landschaft, mit ihrem hohen, nordischen Himmel an dem sich unvergleichliche Wolkengebilde präsentieren, die sich im Wasser der Priele spiegeln in Verbindung mit den farbigen Lichtspielen des „Goldenen Herbstes“ – der wird diese Gegend lieben und schätzen und immer wieder hierher zurück kommen.

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