Der „ Rote Haubarg “

Der „ Rote Haubarg “

Ein historischer Bauernhof und gastronomische Hochburg

Wer auf der Bundesstraße B 5 von oder nach Husum unterwegs ist, wird südwestlich von Husum an der Abfahrt nach Simonsberg ein zusätzliches Hinweisschild mit einem Schleifenquadrat (⌘) als Zeichen für eine Sehenswürdigkeit bemerken, das auf den „Roten Haubarg“ aufmerksam macht.
Für einen nachmittäglichen Ausflug oder einen einfachen Abstecher sollte man ruhig einmal diesem Hinweisschild folgen. Nach wenigen Kilometern auf einer teilweisen recht kurvenreichen Straße und durch den Ort Simonsberg hindurch (hier links halten) kann man etwas entfernt auf einer Anhöhe bereits ein größeres, weißes Gebäude erkennen. Ein weiteres Hinweisschild, das nun ein nochmaliges Abbiegen auf einen Parkplatz signalisiert, zeigt an, dass man angekommen ist. Vor uns liegt der „Rote Haubarg“ – Ziel erreicht, aber…

„Der ist ja gar nicht rot!“
Die Dame, die sich bei ihrem Mann eingehakt hat und vor uns den wenige Schritte vor dem Gebäude liegenden Parkplatz verlässt, bringt es leise flüsternd auf den Punkt: Der „Rote Haubarg“ ist rundum sauber verputzt – weiß verputzt! Daraus ergibt sich natürlich die Frage nach dem Namen dieses Gebäudes, das einen ordentlichen und gepflegten Eindruck vermittelt und vor allem durch das riesige mit Reet gedeckte Dach auffällt.

Über die Namensgebung wurde viel geschrieben und spekuliert: Dabei scheint die Erklärung, dass der Rote Haubarg seinen Namen von der anfänglichen roten Ziegeleindeckung erhalten hat, am wahrscheinlichsten ist: Als das ursprüngliche Haus im Jahre 1647 von reichen Bauersleuten errichtet wurde, waren Dachziegel im Gegensatz zum allgegenwärtigen und in früheren Zeiten wesentlich preisgünstigeren Reet eine teure Angelegenheit. Ziegeldächer kündigten weit sichtbar vom Wohlstand der Bauherren. Nur wer es sich leisten konnte, wie die Erbauer des „Roten Haubarg“, deckte seine Gebäude damals mit Ziegeln ein.

Der Vorgängerbau des heutigen Haubargs wurde ca. 100 Jahre nach seiner Errichtung durch ein Feuer vernichtet – der Name „Roter Haubarg“, und damit ein Alleinstellungsmerkmal, wurde übernommen und ist bis heute geblieben.

Haubarge – Wahrzeichen auf Eiderstedt
Es handelt sich bei dem Gebäude um einen historischen Bauernhof aus dem 17. Jahrhundert – einem typischen Wahrzeichen der Halbinsel Eiderstedt.
Im späten 16. Jahrhundert kam dieser Bautyp analog des Gulfhauses(Ostfriesenhaus) zusammen mit westfriesischen Einwanderernhierher. Das Wort „Haubarg“ leitet sich von „Heu bergen“ bzw. von „Heuberg“ ab – unter dem riesigen Dach fand sich genügend Platz, um das Heu und das Korn einzulagern und im Winter zu dreschen.

Im Gegensatz zu dem im übrigen Schleswig-Holstein vorherrschenden typischen Drei-Seiten-Hof mit Wohnhaus, Stallung und Wirtschaftsgebäude (Scheune) waren im Haubarg sämtliche Hofgebäude unter einem Dach zusammengefasst (Vieh, Gesinde und Herrschaft),was den erheblichen Platzbedarf und die daraus resultierende Größe erklärt. So misst alleine das reetgedeckte Dach oft zwischen 15 und 20 Meter in der Höhe und hat eine Fläche von teilweise um 1.000 m².

Insbesondere die Ausmaße des Daches waren ein Grund dafür, dass man diesen Gebäudetyp seit etwa 1900 nicht mehr neu errichtete, da Neueindeckung bzw. Erhaltung eines Reetdaches in einer solchen Größe im Laufe der Jahre viel zu teuer für ihre landwirtschaftlichen Besitzer geworden sind. In den Hochzeiten gab es auf Eiderstedtca. 450 Haubarge, heute liegt diese Zahl nur noch bei ca. 45.Haubarge.

Roter Haubarg – Gastronomie und Museum in historischen Räumen
Das Restaurant, in stilgerecht nordfriesisch eingerichtetenmusealen Gaststuben und mit einem Saal, Peerstall genannt, bietet ausreichend Platz – auch für größere Familien- oder Betriebsfeiern und/oder Reisegruppen.Im Sommer befinden sich auf der Terrasse weitere Plätzen, die zum Verweilen und Genießen einladen.

Und ein Verweilen und Genießen kann ausdrücklich empfohlen werden. Eine umfangreiche Speisenkarte bietet alles, was das Herz begehrt – angeboten werden u.a. Haubarg-Spezialitäten die von Gerichten vom Angler Sattelschwein, dem Nordfriesischen Lamm und dem Galloway-Rind bis hin zum nordfriesischem Jungrind reichen. Und natürlich gehören vielfältige Fischgerichte genauso dazu wie vegetarische und vegane Gerichte und deftige Eintöpfe. Je nach entsprechenden Jahreszeiten werden Gerichte mit Spargel, Grünkohl, Wild und Gänse oder auch leckere Pilzgerichteangeboten.

Nicht unerwähnt bleiben soll das umfangreiche Angebot von hausgemachten Kuchen und Torten.
Im „Roten Haubarg“ befindet sich ein Heimatmuseum, das sowohl von den Gästen des Restaurants als auch von Besucher des Hauses kostenlos besichtigt werden kann.
Historische landwirtschaftliche Maschinen und Geräte aus den letzten Jahrhunderten sowie Modelle und Schautafeln zeigen den Aufbau dieser einzigartig konzipierten Höfe und geben Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt der ehemaligen Bewohner zur Blütezeit der großen Haubarge. Der „Rote Haubarg“ ist der einzige öffentlich zugängliche Haubarg Deutschlands.

Heiraten im „Rote Haubarg“ ? Kein Problem !
Wer sich im bezaubernden historischen Ambiente des „Roten Haubarg“ das „Ja-Wort“ geben möchte – gar kein Problem: Im urigen Vierkant (Museum) oder in der gemütlichen Hochstube können standesamtliche Trauungen von Montag bis Samstag durchgeführt werden. Daran können bis zu 80 Personen teilnehmen.
Entsprechende Anmeldungen und die Erledigungen der Formalitäten sind über das Standesamt Nordsee-Treene in Mildstedt möglich.
Fragen und Details können auch direkt im „Roten Haubarg“ telefonisch abgestimmt werden.

Öffnungszeiten: Restaurant und Museum
Täglich von 11.00 Uhr bis 22.00 Uhr – außer montags

Anschrift:
Sand 5
25889 Witzwort
Telefon: 04864 845

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.