Die Halligen

Die Halligen

Halligen sind kleine, nicht eingedeichte Marschinseln, die es ausschließlich im schleswig-holsteinischen Wattenmeer gibt. Die Marschinseln sind die Überreste von Festland und Inseln, die durch Landabtragung, Überflutung und sogar Landneugewinnung entstanden sind. Mittlerweile wohnen nur ca. 400 Menschen auf den Halligen, da diese meist 50 Tage im Jahr komplett überflutet werden. Die Bewohner der Halligen leben sowohl von Landwirtschaft als auch vom Tages-Tourismus. Die Besonderheit der Halligen ist unter anderem die Warft, ein Haus auf Pfählen gebaut mit einem integrierten Sturmflutbunker, um die wenigen Einwohner vor der unberechenbaren Natur zu schützen.

Weltweit gibt es lediglich noch zehn solcher Marschinseln und alle sind rund um die Insel Pellworm verteilt, wobei fünf davon im Naturschutzgebiet des Nationalparks Wattenmeer sind, die Hamburger Hallig, Südfall, Norderoog, Habel und Süderoog.

Die Hamburger Hallig:
Seit 100 Jahren zählt die Hamburger Hallig eigentlich nicht mehr zu den Marschinseln, da sie durch einen Deich mit dem Festland verbunden wurde und mehr und mehr verlandet ist. Man könnte sie eher als Halbinsel bezeichnen. Seinen Status als Naturschutzgebiet erlangte die Hallig im Jahre 1930. Von den drei Warften, die sich auf der Hallig befinden, ist lediglich eine bebaut, mit der Gaststätte „Hallig Hoog“, dem Stützpunkt des Nationalparkservices (NPS) und eine Art Ausstellung mit dem Thema „Wattenmeer“. Des Weiteren gibt es auf der Hallig den „Kuhberg“, der bei Flut als Schutz für die Schafe dient und den Schafsberg, der für die Vogelwarten der anderen Insel als Nachtquartier fungiert.

Norderoog:
Dank der Erhaltung beträgt die Größe Norderoogs nun kontinuierlich 10ha. Sie wurde zur Schutzzone 1 des Nationalparks Wattenmeer erklärt, d.h. sie darf lediglich während geführter Exkursionen betreten werden. Sie dient als Brutstätte für viele Vögel, jedoch zählt die Brandseeschwalbe zu den wohl am meisten bedrohten Vogelarten, die dort nisten. Seit 1909 achtet ein Vogelwart auf eben diesen Brutplatz.

Habel:
Mit einer Größe von 6ha Land ist Habel die Kleinste der Marschinseln. Auch sie dient als Nistplatz für Vögel, wobei Vogelarten, wie die Küstenseeschwalbe und die Ringelgans diesen Ort für sich bevorzugen. Die einzige Warft der Insel wird nur im Sommer vom Vogelwart besetzt und wird als Vogelschutzstation benutzt.

Südfall:
Südfall soll der Standort des sagenumwobenen Hafenortes „Rungholt“. Ihre Größe beträgt ca. 56ha, was sie unter anderem zum Wellenbrecher für die Deiche am Festland prädestiniert. Auch sie steht seit 1959 unter Naturschutz und wird, wie einige andere Halligen, vom Verein Jordsand verwaltet.

Süderoog:
Auf dieser 62ha großen Hallig wohnt ein Ehepaar, das die Hallig mit Kühen, Schafen und Hühnern beweidet und unter Aufsicht des Naturschutzes für den Erhalt der großen Hallig sorgt.

Bildnachweis: © m.zahnd | piqs.de

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