Die Verkehrszeichen auf See

Die Verkehrszeichen auf See

Tonnen aus Stahl werden gegen Plastiktonnen getauscht

Was auf den Straßen und Autobahnen die Verkehrszeichen mit ihren Verbots-, Gebots- und Hinweisfunktionen sind, stellen auf den Seewasserstraßen der Flüsse und Kanäle sowie der küstennahen Gewässer die Tonnen dar.

Dabei sind die typischen schwimmende Schifffahrtszeichen u. a. Leucht-, Baken-, Spieren-, Spitz-, Stumpf-, Kugel-, Stangen- und Fasstonnen. Diese Tonnen können auch aus größerer Entfernung durch Farbe, Form, Toppzeichen und Befeuerung durch das nautische Personal an Bord der Schiffe unterschieden werden und dienen der sicheren Navigation durch das Fahrwasser.

Diese schwimmenden Seezeichen, die jahraus und jahrein den verschiedensten Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, die vom salzigen Seewasser angegriffen werden und oft auch Eisgang und Eispressungen ausgesetzt sind, werden bisher weitestgehend aus Stahl gefertigt.

Allein in den Schleswig-Holsteinischen Gewässern werden etwa 600 Tonnen zur Orientierung der Schifffahrt auf See benötigt. Diese müssen alle fünf bis sechs Jahre ausgetauscht und an Land generalüberholt werden.

Bereits seit 2009 werden zum Beispiel im Bereich des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Lübeck im Bereich der Mecklenburger Bucht und auf der Bundeswasserstraße der Schlei Tests mit Kunststofftonnen
Mit dem Ziel unternommen, diese letztlich gegen die wartungsintensiven Stahltonnen auszutauschen.

Auch im Bereich des WSA-Bremerhaven, wo es zwischen dem Bremer Europahafen und der Nordsee entlang der Unter- und Außenweserfast 500 schwimmende Seezeichen gibt,sind in der Vergangenheit solche Tonnen erfolgreich getestet worden.

Nunmehr plant das Bundesverkehrsministerium in den kommenden Jahren eine umfassende Erneuerung der rund 5500 Seezeichen auf der Nord- und Ostsee, bei der dann die rostanfälligen Stahltonnen größtenteils gegen Kunststofftonnenausgetauscht werden, die dann die Schifffahrtswege markieren.Die Kosten für die Maßnahme werden mit insgesamt 11 Millionen Euro veranschlagt.

Der Austausch der Tonnen wird im laufenden Betrieb erfolgen, wobei bereits in diesem Jahr im Bereich der Ostsee damit begonnen wurde und ab 2016 auf den Wasserstraßen der Nordsee der Ersatz der stählernen Tonnen gegen Modelle aus Kunststoff beginnt – alles über einen Zeitraum von insgesamt wohl 6 Jahre.

Kunststofftonnen sind nach den in den Tests gemachten Erfahrungen insgesamt leichter und wesentlichen kostengünstiger instand zuhalten und zu warten. Sie haben eine längere Haltbarkeit und müssen nicht gestrichen werden. Außerdem sind sie in der Anschaffung deutlich billiger – je nach Ausführung kosten die neuen Kunststofftonnen zwischen 5.000Euro und 20.000 Euro und damit nicht einmal halb so viel wie die vergleichbare Stahltonne. Ein weiterer Vorteil ergibt sich für das Handling beim Aussetzen und Einholen der Tonnen durch ihr wesentlich geringeres Gewicht, denn die wirkliche Last werden von der Kette und dem 300 Kilo schweren Ankerstein bestimmt, die den Schwimmkörper in Position halten.

Dieses Einsparpotential gilt allerdings nur für Tonnen kleinerer und mittlerer Größe, die etwa dreiviertel aller schwimmenden Seezeichen ausmachen während sich bei den Großtonnen eine Austausch nicht rechnet. Rechnen würde sich aber nach Auskunft das Bundesverkehrsministerium in jedem Fall der geringere Wartungs- und Instandhaltungsaufwand in den Werkstätten und auf den Tonnenhöfen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltungen.

Übrigens: Der oftmals von Gästen und Urlaubern verwendete Begriff „Boje“ für ein schwimmendes Seezeichen ist unüblich und weist schlichtweg die „Landratte“ aus…

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