Die Zählung der Seehunde – Inventur im Wattenmeer

Die Zählung der Seehunde – Inventur im Wattenmeer

Wie in jedem Jahr werden auch 2015 an der Nordseeküste in der Zeit von Ende Juni bis August die Seehunde gezählt – eine echte Bestandsaufnahme, eine Inventur.

Diese Zeit wurde bewusst gewählt, da die Wurfzeit nach einer Tragzeit von 11 Monaten bei den Seehunden eben in den Monaten Juni/Juli liegt und die Geburt sowie das Säugen der Jungen nur bei Ebbe stattfinden kann – die Zeit, in der die Sandbänke trockenfallen.

Beim UNESO-Weltnaturerbe Wattenmeer (niederländisches, deutsches und dänisches Wattenmeer) handelt es sich um ein Gebiet von rund 11.500 Quadratkilometern entlang den Küsten mit einer Länge von etwa 500 Kilometern.

Für die Inventur gehen Deutschlands Robben-Zähler in dieser Zeit mehrfach in die Luft. In Schleswig-Holstein organisiert der Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) die Zählung, in Niedersachsen das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves). Im gesamten Wattenmeer zwischen dem niederländischen Den Helder bis zum dänischen Esbjerg leben rund 40 000 Seehunde.

Das Zählgebiet für Schleswig-Holstein erstreckt sich von der Elbmündung bis zur Insel Sylt. Hier leben knapp 40 Prozent der Seehunde des gesamten Wattenmeeres. Um die Ruheplätze der Seehunde in einem Rutsch zu erreichen wird ein ca. 600 Kilometer langer Zickzack-Kurs über dem Watt abgeflogen. Dabei wird das überflogene Gebiet fotografiert und nach der Landung können die Tiere auf den Fotos punktgenau gezählt zählen werden.

Vor der Küste im Niedersächsischen Wattenmeer wurden im vergangenen Sommer allein 9.343 Seehunde gezählt, etwa 1300 mehr als 2013. Im Bereich des Wattenmeeres Schleswig-Holsteins lag die Zahl 2013 bei 8.342 Seehunden
Das war das bisher höchste Zählergebnis im gesamten Wattenmeer seit
Beginn der Erfassungen im Jahr 1975. Dabei können bei den Zählungen vom
Flugzeug aus nicht einmal alle Tiere erfasst werden, da sich etwa ein Drittel des Bestanden im Wasser aufhalten.

Gerade in der Ferienzeit sind die „Fahrten zu den Seehundbänken“, die von verschiedenen Reedereien entlang der Nordseeküste und auf den Inseln angeboten werden, für Jung und Alt ein Erlebnis.
Je nach Wind- und Wetterbedingungen können die sehr scheuen Tiere in ihrer natürlichen Umgebung aus nächster Nähe beobachtet werden. An Bord werden dabei vielfältige Informationen und Erläuterungen zum Thema Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark gegeben.

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