Feuerschiff „ELBE 1“

Feuerschiff „ELBE 1“

– Ein Wahrzeichen des Nordseeheilbades Cuxhaven

Wer der Stadt Cuxhaven einen Besuch abstattet und sich für maritime Geschichte interessiert, wird es sich bestimmt nicht nehmen lassen, dem Wahrzeichen der Stadt, der Kugelbake am nördlichsten Punkt des Landes Niedersachsen einen Besuch abzustatten.

Geographisch gesehen markiert die ca. 30 Meter hohe Kugelbake das Ende der Elbe und den Beginn der Nordsee. Als Wahrzeichen ziert sie außerdem das Stadtwappen.

Wer es aber bis hierher geschafft hat sollte auf jeden Fall nicht versäumen, ein weiteres Wahrzeichen der Stadt aufzusuchen – das Feuerschiff „ELBE 1“, zu finden an der Innenseite des historischen Bollwerks „Alte Liebe“ im Alten Hafen.

Der eigentliche Name des Schiffes, das in großen, weißen Lettern die Bezeichnung „ELBE 1“ an der Bordwand trägt, lautet „Bürgermeister O´Swald II“, benannt nach dem Bürgermeister William Henry O’Swald, der sich als Senator, Überseekaufmann und Zweiter Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg (1908 bis 1910) vielfache Verdienste erworben hatte.
Die Bezeichnung „ELBE 1“ resultiert aus der Bezeichnung der Position des Feuerschiffes vor der Elbmündung, die hier wie bereits ihre zahlreichen Vorgänger als schwimmendes Seezeichen der internationalen Schifffahrt einen sicheren Weg als Navigationshilfe durch die Sandbänke in die Elbmündung oder nach See wiesen.

 

Auf der Feuerschiffposition ELBE 1 war es am 27. Oktober 1936 während eines schweren Orkans zu einer Katastrophe gekommen, als die „Bürgermeister O´Swald I“ kenterte und mit allen 15 Besatzungsmitgliedern versank. Das Schiff konnte nie gehoben werden.
Die Auftragsvergabe für das neue Feuerschiff „Bürgermeister O´Swald II“ an die Werft von Jos. L. Meyer in Papenburg erfolgte im Jahr 1939.

Der Zweite Weltkrieg und die verordneten Prioritäten der Werften in Richtung auf den militärischen Schiffbau sowie der vorrangige Materialeinsatz für Rüstungszwecke führten zu einer Kiellegung erst im Jahr 1941 und letztlich zu einem Stapellauf im Jahr 1943.

Endgültig fertig gestellt wurde das Feuerschiff erst mit der Probefahrt am 14. Oktober 1948 und der Indienststellung für das damalige Seewasserstraßenamt Cuxhaven am 15.Dezember 1948 – also rund 10 Jahre nach der Auftragserteilung.
Mit ihrer Länge von 57,30 m war die „Bürgermeister O´Swald II“ das größte Feuerschiff der Welt.
Und noch einen „Rekord“ kann das Schiff für sich verbuchen: Im Verlauf seiner
über 40 Dienstjahre wurde es über 50-mal von anderen Fahrzeugen gerammt. Damit ist sie das am häufigsten gerammte Feuerschiff Europas.

Am 22.04.1988 wird die „ELBE 1“ als eines der letzten bemannten deutschen Feuerschiffe außer Dienst gestellt. Damit ging in der Elbmündung vor Cuxhaven die mehr als 172jährige Geschichte bemannter Feuerschiffe zu Ende. Die Position “Elbe 1″ heißt künftig nur noch “Elbe“ und ist durch ein unbemanntes Feuerschiff ersetzt.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Cuxhaven übergab das Feuerschiff an die Stadt Cuxhaven mit den Auflagen, das Schiff als nautisch-technisches Denkmal in einem betriebsbereiten Zustand zu erhalten und es der Bevölkerung zur Besichtigung zugänglich zu machen.
Diese Aufgaben hatte in einer hervorragenden Weise seit 1988 zunächst der “Förderverein Schiffahrts-Geschichte Cuxhaven – Feuerschiff ELBE 1 – e.V.“ übernommen und werden heute durch den „Feuerschiff-Verein ELBE 1 von 2001 e. V.“ wahrgenommen: Das Schiff ist voll seetüchtig und ist mit modernen nautischen Geräten ausgestattet. Außerdem werden die entsprechenden Auflagen der See-Berufsgenossenschaft in vollem Umfang erfüllt.

Damit unterscheidet sich das Cuxhavener Feuerschiff von vielen anderen Museumsschiffen. Die Unterkünfte mit Kammern, Kombüse, Mannschafts- und Offiziersmesse sind ebenso für Besucher zugänglich wie der eindrucksvolle Maschinenraum und natürlich die Kommandobrücke.

Es nimmt auf Einladungen Fahrten mit Gästen zu verschiedenen maritimen Events an der Nord- und Ostseeküste, so z.B. zur Hochseeinsel Helgoland, Reise durch den Nord-Ostsee-Kanal in die Partnerstadt von Cuxhaven nach Sassnitz, Teilnahme an den Hafengeburtstagen in Hamburg, Teilnahme am Flensburger Dampf-Rundum, der Besuch der französische Partnerstadt Vannes am Golf von Morbihan
oder die Reise in die Partnerstadt Penzance wo im Oktober 2005 das 200-jährige Jubiläum der Schlacht von Trafalgar gefeiert, bei der Lord Nelson die spanisch/französische Flotte besiegte.

 

Und wer eine besondere Zeremonie in einer besonderen Umgebung sucht, um in den Hafen der Ehe zu steuern, kann sich im Zeitraum von April bis September auch an Bord trauen lassen: Das Schiff fungiert dann als Standesamt. Die Zeremonie findet in der seemännisch eingerichteten kleinen Offiziersmesse statt, in der etwa 10 Personen Platz haben.

Aber bitte, nicht enttäuscht sein, wenn das Schiff bei einem Cuxhaven-Besuch mal nicht am Liegeplatz zu finden ist, eine Anfrage beim Verein, ob das Schiff im Hafen liegt ist in jedem Fall zu empfehlen (Auskünfte erteilt Hans-Peter Richter täglich ab 18 Uhr unter Telefon: 0 47 42 – 8136)

Ansonsten sind die moderaten Eintrittspreise für die Schiffsbesichtigung

Erwachsene: 3 €
Kinder (6 bis 14 J.): 2 €
Familie: 8 €

jeden Cent wert, um die Arbeit des Vereins zur Erhaltung dieses maritimen Denkmals zu unterstützen, damit man der „ELBE 1“ noch viele Jahre „Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel“ wünschen kann.

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