Geschichte der Seefahrt

Geschichte der Seefahrt

Geschichte maritimer Entwicklungen in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein – das Land zwischen zwischen Nordsee und Ostsee, ist seit je her eng sowohl mit der zivilen als auch mit der militärischen Seefahrt, der Fischerei, dem Schiffbau, der Errichtung von maritimen Schutz- und Sicherungsanlagen sowie der maritimen Forschung verbunden.

So kann es kaum verwundern, dass sich hier schon immer Menschen damit beschäftigt haben, die Bedingungen für Seefahrt und ihren Schutz zu verbessern und Schiffbau und Schiffsicherheit weiter zu entwickeln.

Der älteste Leuchtturm Deutschlands
Bereits im Jahr 1226 ist erstmals ein Hafenzeichen in Travemünde erwähnt. Mit einer Kämmerei-Rechnung von 1316, die den ersten deutschen Leuchtturmwärter (custoslucernae) aufführt, ist damit auch erstmals ein Leuchtfeuer an der deutschen Küste nachgewiesen
Urkundlich erwähnt wurde der Leuchtturm in Travemünde um 1330.

Belegt ist ebenfalls, dass dänische Truppen 1534 den Turm zerstörten. Der heutige Leuchtturm wurde 1539 durch holländische Maurer erbaut. Das eigentliche Leuchtfeuer wurde allerdings, vermutlich zunächst als offenes Holzfeuer, später mit Hanföl-Lampen vor vergoldeten Hohlspiegeln betrieben. Der obere Teil des Turmes brannte 1827 nach einem Blitzschlag ab. Er wurde im klassizistischen Stil erneuert und mit Petroleumlampen versehen. Ab 1903 leuchteten elektrische Bogenlampen, ab 1937 Glühlampen.
Der Alte Travemünder Leuchtturm mit seiner Höhe von 31 m wurde im Jahre 1922 als technisches Kulturdenkmal eingetragen

Das deutsche Zeitalter der Unterwasserschiffe begann 1850 in Kiel
Zwar war Wilhelm Bauerein bayrischer Artillerieunteroffizier, der in Dillingen geboren wurde, aber der Name seiner Erfindung, des ersten Tauchbootes „Brandtaucher“ist untrennbar mit Kiel verbunden. Zuge Während des Krieges zwischen Deutschland und Dänemark kam Wilhelm Bauer im März 1849 nach Schleswig-Holstein und hatte die Idee mit einem Tauchboot die über den Alsensund “gebaute” Schiffsbrücke mit einem Unterwassergefährt anzugreifen und zu zerstören, um die Dänen von ihrem Nachschub abzuschneiden. Nach dem Friedensvertrag vom 10. Juli 1849 kehrte Bauer zurück nach Bayern. Von dem Gedanken, dieses Tauchboot zu bauen beflügelt, trat er nach Ablauf seiner Dienstzeit am 30. Januar 1850 in die Schleswig-Holsteinische Armee ein. Hier begann der Bau des ersten deutschen Tauchbootes.
Er selbst nahm hier 1851 mit dem Prototyp des ersten U-Bootes am Tauchversuch teil. Das Ergebnis ist bekannt… Geblieben ist dieLeistung seiner Entwicklung eines ersten deutschen Unterwasserbootes und das Verdienst der Maschinenfabrik und Eisengießerei Schweffel&Howaldt in Kiel, in der nach seinen Plänen der „Brandtaucher“ gebaut wurde.

Echolot – Wassertiefen elektroakustisch und genau gemessen
Aus der Schifffahrt ist heute das Echolot nicht mehr wegzudenken – eine Erfindung des Physikers Alexander Behm, des gebürtigen Mecklenburgers aus Sternberg, der seit 1913 in Kiel lebte und arbeitete. Auslöser seiner Entdeckung war der Untergang der „Titanic“ 1912: Er wollte ein Gerät zur Ortung von Eisbergen mittels reflektierender Schallwellen schaffen, um dadurch solche tragischen Schiffsunglücke zu vermeiden. Auf der Grundlage seiner Versuche im Kieler Hafen und der Heikendorfer Bucht konnte er damit zwar keine Eisberge ermitteln, aber erfolgreich die Wassertiefe bestimmen. Patente für die bordtauglichen Messgeräte erhielt er 1916 und 1920.

1920 gründet er die „Behm-Echolot-Gesellschaft“ in Kiel, um das Gerät in Serie zu produzieren.Weitere Verbesserungen an dem Gerät machten es möglich, das Echolot so zu modifizieren, dass auch in der Luftfahrt zur Flughöhenbestimmung erfolgreich angewendet werden konnte, was bei mehreren Zeppelin-Versuchsfahrten bewiesen wurde konnte und für das er 1921 das Reichspatent erhielt.

Statt Magnetischer Missweisungen – Bestimmung der Nordrichtung mittels „Kreisel“
Zur Standardausstattung jedes größeren Schiffs gehört heute weltweit ein magnetunabhängiger Kreiselkompass – entwickelt von dem Wissenschaftler und Erfinder Hermann Anschütz-Kaempfe.

Seine Vorstellung war es, mit einem U-Boot den Nordpol zu erreichen, was mit der damaligen ungenügend entwickelten Navigationstechnik jedoch nicht möglich war. So konstruierte er bereits 1907 den ersten Einkreiselkompass, der erstmals 1908 auf dem deutschen Linienschiff SMS Deutschland verwendet wurde. Zuverlässiger arbeitete aber der 1912 von ihm gebauteMehrkreiselkompass, der auf dem deutschen Schlachtkreuzer „Moltke“ erprobt wurde. Im Jahr 1913 erfolgte der erste Einsatz auf einem Handelsschiff, dem deutschen Passagierschiff „Imperator“.

Im Jahr 1905 gründete er in Kiel das Unternehmen Anschütz & Co, das er bis 1930 leitete.Den nach ihm benannten „Anschütz-Zweikreisel-Kugelkompass“ entwickelte er im Jahr 1927. Dieser Kompass diente als Grundlage der heutigen Kreiselkompassanlagen, die unabhängig vom Erdmagnetfeld arbeiten und daher nicht die magnetische, sondern die wahre (astronomische) Nordrichtung anzeigen.

Die einzige Seefestung in Deutschland
An der schmalsten Stelle am Westufer der Kieler Förde, am Ausgang zur Ostsee und nahe der Einfahrt zum Nord-Ostsee-Kanal, der „Friedrichsorter Enge“, befindet die Festung Friedrichsort, bzw. die seit 1966 unter Denkmalschutz stehenden verbliebenen Reste der Festung als die einzige Seefestung Deutschlands.

Wegen der günstigen strategischen Lage ließ der dänische König Christian IV. durch Axel Uropab 1632 eine Festung im Südosten des Herzogtums Schleswig an eben dieser Stelle der Kieler Förde anlegen, um durch diese Kiel und damit den Süden seines Reiches während des Dreißigjährigen Krieges gegen die Schweden zu sichern. Die Festung wurde Festung Christianspries benannt.1648 wurde die Festung durch den dänischen König Friedrich III., dem Sohn und Nachfolger von Christian IV., geschleift.

Ab 1663 wurde die Festung im Auftrag Friedrichs III. durch Henrik Ruse neu erbaut und in Festung Friedrichsort (bzw. Friedrichspries) umbenannt, um erneut die Kieler Förde gegen schwedische Schiffe zu sichern.

Nach Nutzung u.a. durch Schwedische Truppen während der Napoleonischen Kriege, durch die Schleswig-Holsteinische Marine während des Schleswig-Holsteinischen Krieges (1848–1851), nach Nutzung durch die Deutsche Marine ab 1935 und der Zerstörung vieler der Gebäude der Festung durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg, der Verwendung als Flüchtlingsunterkünfte nach Kriegsende sowie Verwendung durch die Bundeswehr befindet sich die Festung seit 2003 in privatem Besitz und ist gelegentlich der Öffentlichkeit zugänglich.

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