Greetsiel – Eine Hafenstadt der besonderen Art

Das kleine Fischer- und Sieldorf Greetsiel bildet mit weiteren 18 Warfendörfern die erst im Jahre 1972 gegründete Gemeinde . Die Bevölkerungsdichte fällt selbst für ostfriesische Verhältnisse mit 80 Einwohnern pro Quadratkilometer bemerkenswert gering aus. Neben der Landwirtschaft ist der Tourismus für die Wirtschaft der Region von großer Bedeutung.

Ein kleiner Ort mit viel Geschichte

Greetsiels Wahrzeichen, die Zwillingsmühlen, sind bereits aus weiter Entfernung deutlich zu erkennen. Direkt am Greetsieler Tief gelegen, laden die Galerieholländer als Ausgangspunkt zu einem Spaziergang durch den beschaulichen Ort ein. Die rote Mühle kann sowohl selbst als auch im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Bei Mühlbetrieb sind aus Sicherheitsgründen allerdings nur Teilbereiche zugängig. Der Zwilling, die grüne Mühle ist zwar nicht mehr in Betrieb, findet jedoch mit einer dort untergebrachten Teestube ebenfalls einen regen Zulauf. Die Mühlen, als Galerieholländer erbaut, stehen direkt am Greetsieler Tief und vom benachbarten Bootsanleger wird Greetsiel vom Wasser aus erkundet. Dabei bietet eine Kanalfahrt detaillierte Informationen und präsentiert den Ort von einer besonderen Perspektive.

Dienstags und donnerstags besteht die Gelegenheit, mit dem Schiff in das benachbarte Pilsum zu fahren und an einer Führung durch die Kreuzkirche teilzunehmen. Der Kirchturm ruht inmitten des aus dem 12. Jahrhundert stammenden Gebäudes und wurde durch diese Besonderheit zum nationalen Baudenkmal. Direkt am Deich liegt der berühmte Pilsumer Leuchtturm, der kleinste Leuchtturm Deutschlands. Der rot-gelb geringelte Turm ist sowohl aus Filmen als auch aus Kinderbüchern bekannt und bietet seit wenigen Jahren die Gelegenheit, sich an diesem außergewöhnlichen Ort das Ja-Wort zu geben.

Das Leben am Meer

Das Stadtbild wird durch die vielen erhaltenen Giebelhäuser aus dem 17. Jahrhundert geprägt. In Verbindung mit den zum Teil noch älteren Fischerhäusern scheint die Zeit in dem beschaulichen Ort still zu stehen. Der Anblick des über 600 Jahre alten Hafens, mittlerweile durch den Bau einer Schleuse gezeitenunabhängig, verstärkt diesen Eindruck. Hier sind noch 27 Krabbenkutter beheimatet, auf denen der Krabbenfang wegen der Empfindlichkeit direkt an Bord gekocht wird. Jeden Dienstag können Interessierte sich eine Stunde lang direkt am Hafen in die Kunst des Krabbenpulens einführen lassen.

Die beiden Sieltore, von denen das ältere nicht mehr im Betrieb ist, sowie das Schöpfwerk zeugen von der Notwendigkeit, das Binnenland vom überschüssigen Wasser zu befreien. Detailliertere Informationen liefert das Nationalpark-Haus mit einer Dauerausstellung auf über 200 Quadratmetern. Mitten im Ort in einem Gulfhof gelegen kann der Besucher hier neue Erkenntnisse über das Leben im und am Wattenmeer erlangen oder auch vorhandenes Wissen vertiefen.

1 Kommentar

  1. Ich möchte gern noch etwas zu den Greetsieler Zwillingsmühlen ergänzen:
    Die Mühlen stammen aus den Jahr 1706 (grüne Mühle) und 1856 (rote Mühle). Bis 1964 wurden die Zwillingsmühlen noch gewerblich. Nachdem auch Eigenbedarf durch den damaligen Besitzer endete, stellten die Mühlen letztendlich den Betrieb ein. Erst als der Landkreis Norden 1975 die Mühlen übernommen hat, wurden diese zu einer Teestube und einer Bildergalerie umgebaut.
    Die Zwillingsmühlen ziehen immer wieder Gäste aus ganz Deutschland an, die in Greetsiel Urlaub machen.

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