Innovation gegen Plastikmüll im Meer

Innovation gegen Plastikmüll im Meer

Lübecker Werft baut Katamaran

Die Verunreinigung der Meere mit Plastikmüll ist ein allgegenwärtiges und sehr ernstes Thema, schwimmen doch in jedem Quadratkilometer der Meere zehntausende Teile Plastikmüll. Besonders dramatisch ist die Situation Im Nordpazifik, wo seit Jahrzehnten ein Müllstrudel treibt, der mittlerweile so groß wie Zentraleuropaist.

Aber auch direkt vor unserer Haustür, zum Beispiel in der Nordsee, sind Plastikabfälle eine allgegenwärtige Gefahr für Meeressäuger, Fische und Vögle und stellen eine ernsthafte Bedrohung für den Tourismus dar, denn wer möchte schon an vermüllten Stränden seinen wohlverdienten Urlaub verbringen!

Dass die Anrainerstaaten der Meere eine besondere Verantwortung bei der Reinhaltung und den Schutz der Gewässer haben, ist unbestritten. Leider wird diese Verantwortung weltweit nicht von allen Regierungen umfänglich wahrgenommen, um so den Eintrag von Plastikmüll in die Meere zu verhindern und Maßnahmen zu dessen Beseitigungzu treffen.

Katamaran zur Beseitigung von Unrat im Meer – Made in Schleswig-Holstein
Schleswig-Holstein könnte bei der Beseitigung von Müll im Meer, wie bereits bei vielen maritimen innovativen Entwicklungen aus vergangenen Jahren, wieder eine Vorreiterrolle übernehmen und mit einem Produkt Schlagzeilen machen: Den Katamaran, der Müll aus dem Meer fischen kann.

Im Auftrag des Vereins „OneErth – OneOcean“, eines gemeinnützigen Vereins, der sich das Ziel gestellt hat, eine saubere Zukunft aktiv zu gestalten, die Erde vom Plastikmüll zu befreien und die Gewässer wieder in einen gesunden Zustand herzustellen, wird auf der „Lübeck Yacht Trave Schiff GmbH“ der Katamaran „Seekuh“ gebaut.

Die Entwicklung des Schiffes, das zwischen zwei zwölf Meter langen Rümpfen eine Netzkonstruktion erhalten wird, mit der der Müll von der Wasseroberfläche „abgefischt“ wird, ist in Gemeinschaftsarbeit zwischen dem Verein„OneErth – OneOcean“, dem Kieler Ingenieur Dirk Lindenau und der Lübecker Werft entstanden.
Der Katamaran soll bereits im Sommer 2016 zum Einsatz kommen und probeweise mit der Müllsammlung beginnen.

Praktisch, weil zerlegbar – sauber, weil solargetrieben
Eine besondere Herausforderung für die Fertigung des Katamarans auf der Lübecker Werft ist die Forderung des Auftraggebers, diesen so zu bauen, dass er in acht Module zerlegbar ist und in Containern verpackt problemlos an jeden Einsatzort auf der Erde gebracht werden kann.

Angetrieben wird das Schiff auf eine saubere, umweltschonende Art – mittels Solarenergie. Damit ist eine Arbeitsgeschwindigkeit von etwa zwei Knoten (ca. 4 Kilometer pro Stunde) möglich. Die bewegliche Netzkonstruktion zwischen den Rümpfen reicht in eine Wassertiefe von drei bis vier Metern, womit das Einsatzgebiet der „Seekuh“ sich insbesondere auf küstennahe Gewässer und Binnengewässer beschränkt. Mit jeder Fahrt können rund zwei Tonnen Müll aufgenommen werden, die dann an Land zum Recyceln abgegeben werden.
Es stimmt hoffnungsvoll für unsere Umwelt, wenn man erfährt, dass der Verein „OneErth – OneOcean“weitere Müllsammel-Katamarane in Auftrag geben will, wenn sich der Prototyp bewährt. Und dass die „Seekuh“ erfolgreich sein wird, daran gibt es bei einem Produkt „Made in Schleswig-Holstein“ eigentlich gar keinen Zweifel.

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