Langeoog

Langeoog

Die ostfriesische Insel Langeoog (friesisch: lange Insel) ist dem niedersächsischen Bundesland zugeordnet und liegt im Nordwesten zwischen Ems und Weser in der Deutschen Bucht. Die Insel gilt als autofrei, da neben Elektrofahrzeugen für Gewerbetreibende nur Fahrräder und Pferdefuhrwerke erlaubt sind. Lediglich Rettungsdienste und Feuerwehr sind motorisiert.

 

Geografische Lage

Langeoog hat eine Gesamtfläche von ca. 20 qkm. Der etwa 14 km lange Sandstrand schließt sich an eine Dünenlandschaft an, mit Dünen von bis zu 20 m Höhe. Teile von Langeoog sowie das Wattenmeer um die Insel herum gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Die Nachbarinseln Spiekeroog und Baltrum liegen im Osten bzw. Westen von Langeoog. Die Entfernung zwischen Langeoog und Baltrum beträgt etwa 2 km, während die Entfernung zum Festland von der Südspitze Langeoogs aus etwa 4 km ausmacht. Als einzige Insel kommt Langeoog ohne Küstenschutzbauwerke zur Seeseite hin aus.

 

Geschichtliche Entwicklung

Historische Funde und ein Nachweis im Ostfriesischen Urkundenbuch deuten auf eine erste Besiedlung der Insel „Langeoch“ im 13./14. Jahrhundert hin. 1630 konnten während der Amtszeit des ersten Inselvogts sieben Haushalte mit 35 Bewohnern gezählt werden. Während der Weihnachtsflut 1717 wurde die Insel Langeoog in zwei Teile gerissen, wobei Kirche und Pfarrhaus zerstört und Teile des im Westen gelegenen Dorfes beschädigt wurden. Mit Ausnahme von vier Familien verließen alle Bewohner die Insel.

wappen-langeoogWährend der Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und England um 1807 und dem daraus resultierenden Seehandelsverbot durch Frankreich nahm der Schmuggel auf Langeoog zu. Die Waren wurden von Helgoland aus (damals britisch) über Langeoog auf das Festland gebracht. Daraufhin stationierte Napoleon Soldaten auf der Insel, um den Schmuggel zu unterbinden.

Mit dem ersten Bädergast im Jahre 1830 begann der Tourismus auf Langeoog. Zeitgleich entstand auch eine Fährverbindung zum Festland. Ab 1867 gab es zunächst eine wöchentliche Fährverbindung, welche bereits fünf Jahre später an zwei Tagen pro Woche das Festland ansteuerte.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Langeoog zur Luftwaffenbasis der Wehrmacht ausgebaut. Dazu wurden am 22. August 1940 französische Kriegsgefangene nach Langeoog verlegt. In den ersten Kriegsjahren wurde die Insel wiederholt von alliierten Flugzeugen angegriffen, die das Flugfeld unbrauchbar machten. Nach dem Kriegsende wurde Langeoog 1949 als Nordseeheilbad staatlich anerkannt.

 

Sehenswürdigkeiten

Als Wahrzeichen der Insel Langeoog gilt der 1909 erbaute Wasserturm, der in den Sommermonaten einen Blick auf die Dünen und das Dorf ermöglicht. Im Seemannshus, einem alten Insulanerhaus von 1844, wird anhand von Ausstellungsstücken die Langeooger Geschichte erzählt und das Inselleben der damaligen Zeit präsentiert. Das Grab von Langeoogs berühmtester Bewohnerin Lale Andersen auf dem Dünenfriedhof ist auch eine Erwähnung wert, wie auch die lebensgroße Bronzestatue.

Auch eine Aussichtsplattform am Ostende von Langeoog bietet einen außergewöhnlichen Ausblick. Von dort aus können bei Niedrigwasser Seehunde auf den vorgelagerten Sandbänken beobachtet werden. Zusätzlich laden viele Pfade zu Wanderungen und Radtouren durch Fauna und Flora ein.

 

Weiterführende Informationen:

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