Marne
Die närrische Hochburg des Nordens

Marne   Die närrische Hochburg des Nordens

Mit der Region der Westküste Schleswig-Holsteins  wird in der Regel  ein Urlaubs- und Ferienziel verbunden, das sehr viel Ruhe und norddeutsche Gelassenheit  verkörpert und den stetigen und entspannenden Wechsel von Ebbe und Flut zu einem beschaulichen Erlebnis macht. Viele Menschen aus dem Binnenland sind eben deswegen unterwegs nach Dithmarschen, der Landschaft  zwischen Nordsee, Eider, Elbe und Nord-Ostsee-Kanal, um  ruhige  und erholsame Tage zu verbringen.

 

Der Fasching oder Karneval  ist auch im hohen Norden Zuhause

 

In vielen  Städte und Gemeinden im gesamten Bundesgebiet  herrscht beim bunten und närrischen Treiben zum Karneval, zum Fasching, zu Fastnacht oder Fasenacht der absolute Ausnahmezustand mit guter Laune und oft auch einer Prise Wahnsinn: In den traditionellen Karnevalshochburgen wird hemmungslos gefeiert. In der Karnevalszeit und besonders am Rosenmontag ist es Brauch, das Leben in vollen Zügen zu genießen. In farbenfrohen und verrückten Kostümen wird getanzt, getobt und geschlemmt, denn ab Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit.

Aber nicht jeder mag sich diesem überschäumenden Trubel aussetzen und daher „flüchten“  dann viele  Menschen hierher, um Ruhe und Entspannung zu finden, um dem lärmenden Treiben zu entgehen.

Aber Vorsicht:

Närrischer Treiben „achtern Diek“ in der Karnevalshochburg des Nordens

Es stimmt schon, wenn allgemein behauptet wird, dass Schleswig-Holstein eher zu den karnevalsarmen und narrenresistenten Gegenden Deutschlands gehört, in denen wohl überwiegend Karnevals-Muffel leben. Stimmt auch – im Allgemeinen, aber eben nicht im Besonderen, denn der kleine und beschauliche Ort Marne mit seinen knapp 5700 Einwohnern gilt wohl als die am meisten bekannteste Hochburg des närrischen Treibens im Land zwischen den Meeren.

Unter dem Motto „Marn‘ hol fast“  (etwa mit „Marne halt‘ zusammen“ zu übersetzen) findet hier ein norddeutsch einzigartiges närrisches Treiben statt. Und gerade hier wird damit auch der Beweis dafür angetreten, dass auch  im „Echten Norden“  die „fünfte Jahreszeit“  zünftig gefeiert werden kann.

Allerdings mit ein paar für den Marner Karneval zu anderen Gegenden Deutschlands gravierenden Unterschieden: Während  in den anderen Karnevalshochburgen am 11.11. um 11:11 Uhr die „fünfte Jahreszeit“ beginnt, wurde das Prinzenpaar bereits auf einem Ball am 6. November  „proklamiert“ und auch die „Sessionseröffnung“ im Rathaus in Marne am

11.11.2016 erfolgte nicht wie sonst üblich um 11:11 Uhr, sondern erst vier Stunden später, um 15:11 Uhr.

Höhepunkt – Der Umzug am Rosenmontag

Der Marner Rosenmontagsumzug ist wohl der der einzige größere Festumzug, der in Norddeutschland  stattfindet. Und das bereits seit Februar 1956 (mit der Ausnahme  einer Pause in den Jahren zwischen 1969 und 1978).  Mit der traditionellen Erstürmung des Rathauses am Rosenmontag, den 27.02.2017 um 14.00 Uhr  werden die Narren die Regentschaft  und die Schlüsselgewalt“ über die kleinen Stadt in Dithmarschen für einen Tag übernehmen.  Im Anschluss daran feiern die Marner mit ihren Gästen fröhlich, but und ausgelassen. In den vergangenen Jahren haben sich hier, mit zunehmender Tendenz, immerhin  mehr als 20.000 Besucher eingefunden, die bei heißen Sambarhythmen, Marschmusik und Unmengen an Süßigkeiten ausgelassen den Rosenmontagszug auch in diesem Jahr begleiten werden. Aber nicht nur für die vielen  Zuschauer aus der näheren und ferneren Umgebung ist der  Rosenmontagsumzug in Marne  in jedem Jahr immer wieder erneut ein Anziehungspunkt: An dem Umzug durch die Kleinstadt  werden auch in diesem Jahr  wiederum ca. 1.200 Akteure mit ihren etwa 30 geschmückten Festwagen  und in bunten Fußgruppen beteiligt sein und das sind inzwischen auch Närrinnen und Narren, die aus ganz Norddeutschland  hierher kommen und sich hier aktiv mit einbringen.

Damit kann Marne für sich in Anspruch nehmen, dass dieser närrische Tag als der Höhepunkt des Straßenkarnevals in Schleswig-Holstein gilt.

Und wem das alles viel wild, zu bunt, zu hektisch, zu laut oder zu lustig ist, der mag sich damit trösten, dass  genau 48 Tage nach dem Rosenmontag der Ostersonntag liegt, jedes Jahr und immer wieder…

 

Bildquelle : Marner Karnevals-Gesellschaft

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