Das Meer, ein wesentlicher Träger des Ökosystems und – Mülldeponie

Das Meer, ein wesentlicher Träger des Ökosystems und – Mülldeponie

Auch unsere schöne Nordsee ist zunehmend von Plastikmüll Problem betroffen.

Das Meer – in Liedern und Gedichten mit unendlicher Größe und Schönheit, als kraftvolles Symbol von Freiheit und Unbändigkeit, mit Sehnsucht nach der Ferne sowie für Ausgeglichenheit und Ruhe besungen und beschrieben, dieses, unser Meer leidet… Denn Müll im Meer ist längst ein globales Problem von immensen Ausmaßen geworden.
Ein Spaziergang nach einem Sturm oder einer Sturmflut oder bei ungünstigen Windverhältnissen an unseren Küsten offenbart bereits im Spülsaum ein gravierendes ökologisches Problem, dessen ökonomische Konsequenzen in ihren Dimensionen noch gar nicht in voller Größe absehbar sind – wir stolpern regelrecht über Müll: Da finden sich zwischen dem Seetang Flaschen aus Glas und Flaschen aus Plastik, leere Bier- und Konservendosen, Plastikkanister, Plastiktüten verschiedener Größen und Farben, Reste von Netzen, Schnüre und Seile und leere Wegwerffeuerzeuge – das Meer, unsere Meer, mutiert zur Mülldeponie. Und Müll im Wasser und am Strand ist nicht nur ein ästhetisches Problem.
Zwar werfen die Menschen schon seit Jahrtausenden Siedlungsabfälle und Dreck ins Meer. Solange jedoch diese Zivilisationsrückstände in überschaubaren Mengen anfielen und vor allem aus biologisch abbaubaren Substanzen bestanden, war diese Form der „Entsorgung“ sicherlich nicht schön, aber Bakterien, Wellenschlag und das UV-Licht sorgten für eine schnelle Zersetzung. Dies änderte sich schlagartig mit der Einführung von langlebigen Plastikprodukten, schlichtweg von allem, was sich aus den leicht formbaren Erdölprodukten herstellen ließ.

Überbevölkerung und seine Folgen
Nachdem die Weltbevölkerung bereits auf 7,3 Milliarden Einwohner angewachsen ist, wurde nicht nur ein Teil unserer Natur zurückgedrängt worden, auch stetig wachsende Müllberge sind nicht nur an Land ein Problem, sondern stellen auch eine Gefahr für Fauna und Flora der Meere dar. Der hohe Anteil von Plastik und die darin enthaltenen Chemikalien haben negative Auswirkungen auf die Nahrungsketten im und aus dem Meer. Besonders das Thema Mikroplastik hat in den letzten Jahren in der Wissenschaft an Bedeutung gewonnen, da Kunststoffe von Organismen, wie Fischen und Muscheln, teilweise in ihr Gewebe eingebaut werden. Die Langzeitfolgen und die Auswirkungen auf den Menschen sind hingegen noch nicht ausreichend erforscht.

Der neue Müll Kontinent
So gibt es bereits im Pazifik einen „neuen“ Kontinent: Durch atmosphärischen Druck und Meeresströmungen bedingt, gibt es auf den Meeren riesige Strudel, von denen einer im Pazifik eine Plastikinsel aus Müll in der Größe von Mitteleuropa hat entstehen lassen. Dieser „Kontinent“ soll im Jahr 2008 bereits aus ca. 100 Millionen Tonnen Kunststoffmüll bestanden haben. Die amerikanische Organisation zur Verringerung der Kunststoffverschmutzung „5 Gyres“ schätzt nach eigenen Recherchen, dass heute mehr als fünf Billionen Plastikteile mit einem Gesamtgewicht von fast 269.000 Tonnen in den Weltmeeren und ihren Randmeeren treiben.
Müll im Meer und Müll an unseren Stränden entwickelt sich aber auch zu einem wirtschaftlichen Problem: Verdreckte und verschmutzte Gestade verprellen zum einen die Urlauber und Touristen, verursachen gleichzeitig zum anderen erhebliche Kosten z.B. für deren notwendige und sich permanent wiederholende Reinigung mit Menschen und teuren Maschinen.

Aber wir alle können diesen Trend durch eigenes, bewusstes Handeln stoppen, können Mitverantwortung für den Zustand unserer Meere ins durch eigene Vorbildwirkung in das Bewusstsein unserer Mitmenschen rücken: Statt der Plastiktüte beim Einkaufen die plastiklose Tragetasche mitnehmen, im Supermarkt mehr auf umweltfreundliche Verpackungen achten, das Pausenbrot der Kinder in einer immer wieder verwendbaren Box mitgeben, die Abfallbehälter nutzen statt unbedacht Zigarettenkippen und leeres Feuerzeug beim Spaziergang am Weg zu „entsorgen“, auf Schiffen und Booten (auch auf Sportbooten) die Abfälle nicht unüberlegt ins Meer werden, sondern die Entsorgungsmöglichkeiten der Häfen und Bootsanleger nutzen und, und, und – es gibt viele Möglichkeiten, wenn man sich umschaut , was zu tun ist… damit uns die Schönheit des Meeres ungetrübt begegnet.

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