Mistelzweige – Mehr als eine weihnachtliche Dekoration

Mistelzweige – Mehr als eine weihnachtliche Dekoration

Dezember – Adventszeit, Vorweihnachtszeit: In den Baumärkten, auf den Wochenmärkten, in den Gartenbaubetrieben, den Advents- und Weihnachtsmärkten und beim Tannengrünverkauf auf den Hofstellen in der Region haben sie Hochkonjunktur – die verschiedenen Weihnachtsbäume und die grünen Zweige der verschiedenen Tannen und Fichten. In Wohnungen, in Arbeitsräumen, in Club- und Gemeinschaftsräumen, sorgen Gestecke und Kränze für eine vorweihnachtliche Stimmung und sind, vielfach selbst gebastelt und mit kleinen Kugeln, Schleifen und Figuren sowie mit Kerzen versehen, echte Hingucker. Einer zunehmenden Nachfrage zum Tannengrün erfreuen sich aber auch hier die Mistelzweige.

 

Mistelzweige als Weihnachtsschmuck

Aber warum hat die Mistel eigentlich gerade in der Weihnachtszeit eine zunehmende Bedeutung bekommen?

Die Mistel mit ihren immergrünen, eiförmigen und ledrigen Blättern ist ein sogenannter Halbschmarotzer, der sich auf Bäumen ansiedelt und dort  kugelartige Nester bildet. Besonders im Winter sind die meist kugelrunden Büsche in den inzwischen laublos gewordenen Bäumen weithin sichtbar und fallen jedem ins Auge. In ihrer vollen Pracht und in ihrem schönsten Schmuck zeigt sich die Mistel aber gerade jetzt im Dezember, was ihre Nutzung in der Weihnachtszeit nahelegt: Im Dezember bildet die Mistel weiße, giftige Beeren aus, die etwa Perlengröße haben und an Milchglas erinnern.

Eine recht einfache Idee zur Verwendung der Mistel ist es, eine Vase mit Ilex- und Mistelzweigen zu füllen und mit einer dicken roten Schleife umwickelt festlich wirken zu lassen, sind doch Rot, Grün und Weiß die christlichen Symbolfarben für die Advents- und Weihnachtszeit.

Misteln mit ihren schönen Beeren machen sich außerdem sehr dekorativ in einem Arrangement mit Kiefernzweigen oder in einem Adventskranz. Etwas anspruchsvoller ist es, aus einem oder mehreren Bund Misteln eine Girlande zu flechten. Damit könnten Heimwerker-Profis z.B. die Heizkörperverkleidung oder ein Treppengeländer dekorieren oder mit den Mistelzweigen einfach die festliche Tafel verschönern.

 

Kussfreiheit unter Misteln

Die Mistel ist, wie auch das Grün der Tannenbäume, ein Symbol für Gesundheit, Frieden, Versöhnung und Glück. Für die Kelten war die Mistel eine heilige Pflanze, die unter anderem gegen Unfruchtbarkeit helfen sollte und in Skandinavien galt die Mistel als Versöhnungspflanze. Verfeindete Menschen küssten sich unter dem Mistelzweig und schlossen dadurch Frieden. Auch wurde früher ein Bund Mistelzweige irgendwo im Haus postierte, um böse Geister zu verjagen, wobei man Misteln heute in dieser Richtung wohl keine Zauberkräfte mehr nachsagt.

Aber: Ganz eifrige und erfinderische Dekorateure können auch Misteln mit einer roten Schleife versehen über dem Türrahmen anbringen und haben damit noch heute die Wohnungs- oder Zimmertür als Eingangstor zum Glück markiert und die Mistel als Glücksbringer eingesetzt. Dabei wird wohl sehr häufig der Zusammenhang mit der aus Skandinavien überlieferten Eigenschaft gesehen, dass eben der Kuss unter der Mistel ein Symbol für ein friedvolles Miteinander ist. In vielen Regionen sagt man, dass es ein Pärchen (oder solches, das noch eins werden will) lang anhaltendes Liebesglück  bringt, wenn es sich unter dem Mistelzweig küsst. Wenn eine junge Frau unter einem Mistelzweig steht, darf sie dem Jüngling einen Kuss nicht verweigern, ansonsten riskiert sie ein ganzes Jahr ohne Ehe.

Aus England ist überliefert, dass, wenn man unter einem Mistelzweig steht, nur so lange geküsst werden darf, so lange weiße Beeren am Mistelzweig sind. Bei jedem Kuss muss eine Beere gepflückt werden. Wenn keine Beeren mehr da sind, dann darf auch nicht mehr geküsst werden und in Kanada soll ein Kuss unter dem Mistelzweig tatsächlich als offizielle Verlobung gelten.

Man kann heute sagen, dass der Brauch des Küssens unter dem Mistelzweig, die in vielen Ländern zudem auch als Glückspflanze gilt, sich inzwischen in der ganzen Welt verbreitet hat und die Menschen großen Gefallen an dieser Tradition finden.

Und so kann derjenige, der einen Mistelzweig oder sogar einen Türkranz aus Mistelzweigen aufgehängt hat, ganz unvermittelt in die Gelegenheit kommen bei einer Wildfremden oder auch bei seiner Liebste einen Kuss abzustauben, da diese dann ja unter einem Mistelzweig steht.

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