Museum Helgoland

Unter den deutschen Inseln sticht Helgoland besonders deutlich hervor. Das liegt nicht nur an den vielen historischen Ereignissen, die um die Insel herum stattfanden, sondern auch an ihrer besonderen Lage im Meer. Helgoland liegt ca. 70 km vom Festland entfernt. Sie wird zwar häufig als Hochseeinsel bezeichnet, ist aber mit dem Festlandsockel verbunden und somit nicht vom deutschen Staatsgebiet getrennt.

Der Weg zur Geschichte
Wer denkt, dass er mit einem Besuch der vorgelagerten Insel Düne und des freistehenden Felsens „Lange Anna“ alles Wichtige von Helgoland gesehen hat, der wird eines Besseren belehrt. In den Hummerbuden am Hafen kommt der Besucher unweigerlich an den Häusern des Fördervereins Nordseemuseum vorbei. Die hier gelagerten Dokumente und Gegenstände vermitteln einen ersten Eindruck über das Inselleben. Wer dort einmal ins Stöbern geraten ist, der wird mit dem Besuch des Museums Helgoland nicht mehr lange warten.

Bereits 1899 wurde das zwei Jahre zuvor gegründete Museum für Besucher freigegeben. Der Schwerpunkt des damaligen Nordseemuseums lag überwiegend auf dem naturwissenschaftlichen Gebiet. Als Träger des Museums präsentierte die Königliche Biologische Anstalt Helgoland ihre Algensammlung sowie eine große Anzahl an Vogelpräparaten. Trotz der versuchten Zerstörung Helgolands konnten diverse Exponate gerettet werden und finden sich in der heutigen Ausstellung des Museums wieder.

Die militärische Geschichte der Insel findet eine besondere Berücksichtigung, zumal sie teils unter deutscher und teils unter englischer Herrschaft stand. Im erhalten gebliebenen Zivilbunker finden zu bestimmten Zeiten fachkundige Führungen statt, die dem Besucher neue Eindrücke über das Leben auf der Insel während der beiden Weltkriege vermitteln.

Die Verbindung von Damals und Heute
Das nach Kriegsende zerstörte und 1996 neu gegründete Museum Helgoland befasst sich eingehend mit der Geschichte der Insel sowie dem Alltag der Bewohner. Dabei sind typische Alltagsszenen derart realistisch dargestellt, dass es Besuchern sehr leicht fällt, sich das Leben und Arbeiten zu den damaligen Gegebenheiten vorzustellen.

Auf dem Museumshof finden sich schnell die Hummerbuden wieder, deren Bekanntschaft bereits am Hafen gemacht werden konnte. Die Hummerbuden sind einzelnen Themen gewidmet, die den Interessen eines jeden Besuchers gerecht werden. Die Werke des Helgoländer Kinderbuchautors James Krüss werden hier ausgestellt und verkauft. Die Bilder des Hoffotografen Franz Schensky ergeben eine nahezu lückenlose Dokumentation der Inselgeschichte. Das Thema im Leuchtturm bei den Hummerbuden ist der Seenotrettung gewidmet, die wegen der Entfernung zum Festland von besonderer Bedeutung für die Insel ist. Die angestrebten Erweiterungen des Museums, die Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler sowie diverse Vorträge wecken unweigerlich den Wunsch, das Nordseemuseum häufiger zu besuchen.

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