Naturerlebnis an der dänischen Westküste

Naturerlebnis an der dänischen Westküste

Eine der größten Wanderdünen Europas

Hätten Sie es gewusst ? Na klar, Wanderdünen kennt man aus Polen – die Wanderdünen in Łeba sind genauso ein Begriff wie die Dune du Pilat westlich von Bordeaux in Frankreich.

Aber Dänemark ? Und doch – es stimmt: Neben den schönsten Stränden Dänemarks, die man an der Nordwestküste von Jütland findet, gibt es hier eine der größten und beeindruckendsten Wanderdüne Europas – RubjergKnude.
RubjergKnude ist eine ca. 15 km lange Steilküste (dän.: Klint) an der Nordsee zwischen Løkken und Lønstrup auf der Strecke in Richtung der dänischen HafenstadtHirthals. Bereits ab den 1910er Jahren trug der Wind große Mengen Sand von der Steilküste, wodurch sich die eigentliche Düne auf dem schmalen Streifen zwischen dem Leuchtturm und dem Meer bildete. Der Sand drang zwischen den Wärterhäuschen ein, verschüttete einen Brunnen und machte den Küchengarten unfruchtbar.
Weil sich die rund zwei km lange Düne immer weiter vergrößerte und der Sandberg auf eine Höhe von deutlich über 50 m anwuchs, musste bereits 1968 der Leuchtturm „RubjergKnudeFyr“ abgeschaltet werden. Sein Leuchtfeuer war von der Nordsee aus nicht mehr zu sehen.

Ein aussichtsloser Kampf gegen die Sandmassen
Über die Jahre versuchte man immer wieder, die Sandmassen einzudämmen: Vom permanenten Abtransport des Sandes zu Beginn der 1950er Jahre über das Einstecken von Kiefernzweige zum Abhalten des Flugsandes bis hin zur Bepflanzung mit Strandhafer, um dem Wachstum der Düne Einhalt zu gebieten – alles wurde versucht und alles half nichts. Am 1. August 1968 musste dann der Betrieb des Leuchtturms schließlich eingestellt werden und zu Beginn der 1990er Jahre stellte die dänische Regierung das gesamte Gebiet schließlich unter Naturschutz. Damit konnte hier dann der Sand frei wandern.
Und die Wanderdüne tut das, was sie am besten kann – sie wanderte und verschluckte nach und nach die vier zum Leuchtturm gehörenden Wärter- und Maschinenhäuschen. 2004 kam das erste Nebengebäude wieder zum Vorschein, auf Grund der enormen Sandlastweitgehend zerstört und nur noch in Form von einzelnen Backsteinen und Mauerresten.Hier kann man sehr beeindruckend sehen, wie stetiger Seewind den Sand von der Steilküste abschmirgelt und zu einer Wanderdüne auftürmt, die alles im Weg stehende unter sich begräbt.
Der Leuchtturm selbst blieb jedoch hierbei verschont: Durch die Abwinde an den Turmfassaden bildete sich mit den Jahren eine bis zu zehn Meter tiefe Mulde um den Sockel des Fyr, die noch immer sichtbar ist.Die Düne wandert in Richtung Nordost und flachte sich dabei mit den Jahren ab. Den Leuchtturm hat sie mittlerweile vollständig passiert.

Der Leuchtturm in den Dünen ist wieder zugänglich
Seit Mai 2015 wurden unter Leitung der dänischen Naturbehörde und der gemeinnützigen Stiftung „Realdania“ bauliche Maßnahmen ergriffen, um den Leuchtturm noch einmal für Besucher zugänglich zu machen.Dazu erhielt der Turm eine neue Wendeltreppe und das Laternenhaus wurde für eine Aussichtsplattform entfernt.
Seit einiger Zeit ist nach den umfangreichen Renovierungsarbeiten der Leuchtturm „RubjergKnudeFyr“ wieder für Besucher zugänglich. Neben dem Anblick der atemraubenden Wanderdünen, der versandeten Ruinen und der Steilküste mit einer Höhe von 60 Metern über dem Meeresspiegel kann man nun wieder den Ausblick von der Turmspitze aus einer Höhe von 23 Metern genießen.
Wie lange man diesen Ausblick allerdings noch genießen kann, ist vollkommen offen, denn man geht hier davon aus, dass der Turm selbst in den nächsten 10 bis 15 Jahren durch die Erosion der Küste ins Meer stürzen wird. Die Abbrüche an der Steilküste haben sich in den vergangenen Jahren fast verdoppelt und betragen heute etwa 5 Meter jährlich.

Ein Besuch während Ihres Urlaubs lohnt sich auf jeden Fall
Von der deutsch-dänischen Grenze in Nordfriesland aus erreicht man das Ziel nach etwa 380 Kilometern über die Straßen B 5 – Nr. 11 – Nr. 55 und biegt etwa 7 km hinter der Ortschaft Løkken nach links auf den Lønstrupvej. Diesen am Fyrvejen nach links verlassen und bis zum Strandaufseherhof (Strandfogedgården) fahren. Hier erfährt man in einer Ausstellung viel Interessantes über die Geschichte des Ortes und der Region und kann von hier aus Spaziergänge in der Umgebung unternehmen, so z.B. bis zur Ruine der alten Kirche von Rubjerg oder vom Parkplatz bei der Dünenbepflanzung von Rubjergaus eben auch zum Leuchtturm auf dem RubjergKnude und der Wanderdüne.
Übrigens sollte man früh am Morgen hier wandern, weil dann sind die Spuren der vielen Menschen, die am Vortag hier waren, verweht sind. Ab dem späteren Vormittag ist es hier erfahrungsgemäß wieder sehr belebt.

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