Rückkehr der Europäischen Auster

Rückkehr der Europäischen Auster

Neue, alte Heimat Nordsee ?
Die gute Nachricht für die deutsche Nordsee kommt von der Ostsee, genauer aus Stralsund:    Anlässlich einer Meeresschutztagung des Bundesamtes für Naturschutz in der Hansestadt wurde        hier ein Wiederansiedlungsprojekt für die Europäische Auster (Ostreaedulis) in der deutschen Nordsee angekündigt.
Die Präsidentin des Bundesamtes, Beate Jessel, informierte, dass noch in diesem Jahr eine Voruntersuchung anlaufen soll, bei der es um die Auswahl von Standorten für die Wiederansiedlung und Quellpopulationen gehen soll. Als mögliche Bereiche hierfür würden zunächst Zonen in Meeresschutzgebieten untersucht, die dann z.B. für die Grundschleppnetzfischerei absolut tabu sein müssten.
Zur Erinnerung: Die rücksichtslose Überfischung infolge einer steigenden Nachfrage nach der Auster als Delikatesse Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts in ihrem Lebensraum von der Niedrigwasserlinie bis in eine Tiefe von 20 Meter führten zu einer enormen Verringerung der Bestände. Der starke Eiswinter 1928/29 im Zusammenspiel mit einem Parasitenbefall sorgte dafür, dass auch noch diese Populationen fast vollständig vernichtet wurden. Seit 1940 gilt die Europäische Auster in der Region der deutschen Nordsee als ausgestorben. Die intensive Fischerei mit Grundschleppnetzen, das Anlegen und „Abernten“ von Miesmuschelkulturen auf ehemaligen Austernbänken sowie die zunehmende Verbreitung der Pazifischen Auster sind Probleme, die bei einer Wiederansiedlung eine nicht unwesentliche Rolle spielen.
Aber: Es gibt noch immer natürliche Bestände der Europäischen Auster in dänischen und niederländischen Nordseegewässern und im Mittelmeer und das Projekt ihrer Wiederansiedlung an der deutschen Nordseeküste wird vom Bundesamt für Naturschutz als eine sehr interessante Option für den Ausgleich zum Windparkbau angesehen.
Die Bedeutung der Europäischen Auster wurde auch dadurch unterstrichen, dass sie vom Kuratorium „Weichtier des Jahres“ zum Weichtier des Jahres 2013 gewählt wurde, um auf ihre Schutzwürdigkeit aufmerksam zu machen. Ihre Bestände sind insgesamt stark gefährdet und in der Roten Liste wird sie als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft.

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