Schloss Glücksburg Heiraten und mehr

Schloss Glücksburg Heiraten und mehr

 

Reisejournalisten kennen sich in vielen Ländern aus, kennen hier die schönsten Plätze, die bedeutendsten Bauwerke, die einmaligsten Landschaften. Man kann sich also auf ihr Urteil verlassen. Und das fällt für ein historisches Gebäude in Schleswig-Holstein sehr positiv aus – für das Wasserschloss in Glücksburg.

 

 

Wasserschloss Glückburg – eines der schönsten Schlösser Deutschlands

In der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „GEOEPOCHE Panorama“ (Nr. 07/2017) werden Deutschlands imposanteste Burgen und Schlösser sowie die prächtigsten Paläste in teilweise spektakulären Fotografien vorgestellt – von Glückburg im Norden bis Neuschwanstein im Süden. Und tatsächlich hat das Schloss Glücksburg diese besondere Ehre in der Riege der 20 schönsten deutschen Schlösser und Burgen allemal verdient und sollte daher für jeden Besucher in Schleswig-Holstein auf der Liste der Ausflugsziele im Land zwischen den Meeren stehen.

Folgt man von Flensburg aus der B 199 und verlässt diese in Richtung Glücksburger Chaussee/Flensburger Straße/Große Straße so kann man das imposante Bauwerk auf der linken Seite bereits am Ortseingang sehen – in strahlendem Weiß und majestätisch wie ein Märchenschloss ragt das Glücksburger Schloss inmitten des Schlossteiches aus dem Wasser empor. Herzog Johann d. J. zu Schleswig-Holstein-Sonder¬burg ließ es hier zwischen 1582 und 1587 auf dem Gelände des ehemaligen Rüdeklosters bauen. Und Schloss Glücksburg gehört heute nicht nur zu einem der schönsten Schlösser Deutschlands, sondern ganz sicher auch zu einer der bedeutendsten Schlossanlagen Europas.

Das nunmehr bereits 430 Jahre alte Wasserschloss diente den herzoglichen Linien des Hauses Glücksburg als Stammsitz und war zeitweilige Residenz des dänischen Königshauses. Dabei ist es sicher nicht vermessen, wenn man Glücksburg auch als die „Wiege der Königshäuser Europas“ bezeichnet: Immerhin war der Bauherr Herzog Johann (Hans) d. J. ein Bruder des dänischen Königs, Schwager des Kurfürsten von Sachsen und stand ebenfalls in der Gunst des deutschen Kaisers und wurde durch viele seiner 23 Kinder der Schwiegervater mehrerer deutscher Fürsten. Die Nachkommen seiner Kinder heirateten in die Königshäuser Englands, Dänemarks, Schwedens, Norwegens, Griechenlands und Russlands ein. Das Haus gehört zur europäischen Hocharistokratie und stellt bis heute die Monarchen von Dänemark und Norwegen sowie bis 1974 von Griechenland. Es ist ebenfalls auch mit dem britischen Königshaus verbunden, da Philip, Duke of Edinburgh, der Ehemann von Königin Elisabeth II., ebenfalls dem Geschlecht angehört. So sind bis heute viele europäische Königsfamilien mit der Linie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg verwandt.

Ein Wasserschloss im Stil der Renaissance

In der Stadt Glückburg befindet sich mit dem Schloss ein wahrer Besuchermagnet, ist dieses doch eines der schönsten Beispiele schleswig-holsteinischer Renaissance-Baukunst. Die burgähnliche Anlage ist noch dem Geist des Mittelalters verbunden, wobei der nahezu quadratische Grundriss aus den drei gleichgroßen Giebelhäusern resultiert, die von vier Ecktürmen flankiert werden.

Der in sich ruhende geschlossene Baukörper mit den vier mächtigen Ecktürmen vermittelt dem Betrachter den Eindruck, dass das Schloss auf dem Wasser des Schlossteiches zu schwimmen scheint. Der Schlossteich selbst wurde im 16. Jahrhundert künstlich angelegt, indem das Wasser der Schwennau und der Munkbrarupau aufgestaut wurde. Er sollte das Schloss schützen und diente gleichzeitig als Fischteich der Nahrungsversorgung. Durch die Flutung versank das frühere Klostergelände vollständig, das Schloss und auch die Vorburg waren nach Fertigstellung der Anlage jeweils komplett vom Wasser umgeben. Im Laufe der Jahrhunderte verlandete die Insel mit der Vorburg stellenweise, so dass Schloss und Vorburg heute eine Verbindung haben.

Im Gegensatz zu anderen Wasserschlössern steht das Schloss Glücksburg nicht auf Pfählen, sondern auf einem 2,5 Meter hohen Granitsockel und erhebt sich direkt aus dem Wasser. Baumaterial für das Schloss ist ein weiß verputzter Backstein, der zu einem großen Teil dem abgerissenen Kloster entnommen wurde. Gerade das kühle Weiß der Fassade, die strenge Symmetrie des Bauwerks in seiner äußeren völligen Schlichtheit entspricht der besonderen nordischen Herbheit und dem Idealbild eines Schlosses.

Als Stiftung als Schlossmuseum der Öffentlichkeit zugänglich

Zur weiteren Erhaltung des Schlosses als bedeutendes kulturelles Erbe, aber auch um die interessierte Öffentlichkeit an diesem einmaligen Kulturdenkmal teilhaben zu lassen, brachte die Familie 1922 das Schloss in eine Stiftung ein. Dazu wurde in der gemeinnützigen Stiftungssatzung die Aufgabe der Stiftung u.a. so formuliert, dass Zweck der Stiftung die Förderung von Kunst und Kultur sowie des Denkmalschutzes ist. Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch das Bestreben, Schloss Glücksburg und das zum Stiftungsvermögen gehörende Inventar dem hohen kulturellen und geschichtlichen Rang entsprechend zu erhalten, zu nutzen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Ganz in diesem Sinne ist seit 1925 ist das Glücksburger Schloss als Schlossmuseum der Öffentlichkeit zugänglich. Die Renaissanceausstattung der Räume ist bis heute weitgehend erhalten geblieben. Hier erwarten die prachtvoll ausgestatteten Säle und Salons mit sehr schönen Stuckarbeiten, Porträts von Persönlichkeiten aus europäischen Königshäusern, Landschaftsbildern und einer erlesenen Porzellan- und Silbergeschirrsammlung die Besucher. Wahrscheinlich aus einer Mechelner Manufaktur stammen die farbenprächtigen Kalbsledertapeten, die vermutlich um 1680 gefertigt wurden.

Die Stuckdecken im Roten Saal und in den angrenzenden Räumen zählen zu den frühesten Arbeiten in Schleswig-Holstein.Die in der Schlosskapelle erhaltenen Deckenfresken stammen noch aus der Zeit der Erbauung und der Schnitzaltar stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges.

Nicht nur für geschichtsinteressierte Besucher sind die zahlreichen Porträts vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart anschauliche Dokumente der spannende Familiengeschichte der Oldenburger und Glücksburger, die Zeugnis von der wechselhafte deutschen und dänischen Geschichte ablegen . Die Exponate zur schleswig-holsteinischen Erhebung von 1848 und zum deutsch-dänischen Krieg von 1864, darunter die plakativen Neuruppiner Bilderbogen, vermitteln einen Eindruck von den unterschiedlichen Lebensläufen der Mitglieder der herzoglichen Familie.

Aber auch ausgesuchte Möbelstücke aus der Zeit zwischen Empire und Biedermeier, erlesenes Porzellan und Silber ergänzen die Sammlungen. Aber auch für Musikinteressierte ist Glückburg eine Adresse, finden doch hier im Schloss und in der Orangerie Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen statt. So ist Glücksburg auch beispielsweise einer der Austragungsorte des Schleswig-Holstein Musik Festivals.

Heiraten und Schlemmen – nichts ist hier unmöglich. Nun wäre das Wasserschloss Glücksburg trotz des außergewöhnlichen Bauwerks und eines interessanten Museums kein empfehlenswerter und interessanter Ort, wenn da nicht noch etwas Besonderes geboten würde. Wird es aber – man kann hier nämlich ganz im romantischen Ambiente heiraten: Im Nordturm des Schlosses mit einem Blick auf den Schloss-See befindet sich das elegante, achteckige Trauzimmer, ausgestattet mit stilechtem wertvollem Mobiliar.

Heiraten auf Schloss Glücksburg

Heiraten ist hier das ganze Jahr über möglich – montags von 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr, freitags von 08.00 Uhr bis 11.00 Uhr und am ersten Samstag im Monat von 10.00 Uhr bis 11.30 Uhr.
Dazu kommen weitere Terminangebote in der Saison vom 1. Mai bis zum 30. September an jedem Samstag im Monat von 10.00 Uhr bis 11.30 Uhr.

Und dazu ist natürlich sowohl bei einer kleinen romantischen Hochzeit bis hin zur großen Hochzeitsgesellschaft mit über 140 Personen das gemeinsame Hochzeitsessen im „Schlosskeller“ des Wasserschlosses angesagt. Das junge und kreative Team der Schlossküche bietet Gerichte, die immer frisch und voller Aroma mit regionalen Zutaten zubereitet und mit Liebe gekocht werden. Die Speisenkarte ist bewusst klein gehalten. So wird eine große Lagerhaltung vermieden und garantiert, dass die Gäste immer beste Ware bekommen – beste Voraussetzungen, einen unvergesslichen Tag zu feiern und mit speziellen Menüs zu genießen.

Der „Schlosskeller“ ist von Mittwoch bis Freitag von 18Uhr bis 21 Uhr und Samstag und Sonntag von 12 Uhr bis 14.30 Uhr und von 18 Uhr bis 21 Uhr geöffnet (Montag & Dienstag Ruhetag) und steht für geplante Veranstaltungen, wie eben Hochzeiten, Empfänge, Geburtstagsessen oder einfach einem romantischen Candlelight-Dinner nach Absprache und Anmeldung auch außerhalb dieser Zeiten zu Verfügung.

Ob nun zum Museumsbesuch, zu kulinarischen Genüssen oder zum Heiraten – ein Ausflug nach Glücksburg an der Flensburger Förde sollte vielleicht eine Inspiration für den Urlaub in Schleswig-Holstein sein.

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