Snirtjebraten

Snirtjebraten

Der Snirtjebraten–ein typisch ostfriesisches Essen

Von Binnenländern oft als „Fischköppe“ bezeichnet, gehen diese vielfach und natürlich genau so vielfach falsch davon aus, dass sich die Menschen in Ostfriesland, Bremen, Bremerhaven, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern vorwiegend von Fisch in allen Variationen ernähren.
Aber die Regionen Norddeutschlands haben an kulinarischen Spezialitäten weitaus mehr zu bieten, als die charakteristischen Fischgerichte.
Als Beispiel hierfür sei der Snirtjebraten, das typische Fleischgericht aus Ostfriesland, genannt.

Ein Fleischgericht mit Tradition nach altem Rezept
Wie in der Vergangenheit halten sich auch heute in den ländlichen Gegenden Ostfrieslands noch viele Menschen Schweine für den Eigenbedarf.
Die Wintermonate sind und waren traditionell die Zeit des Schlachtens. Frühmorgens bzw. am frühen Vormittag kamen die Schweine unters Messer. Dabei wurden sofort Fleischstücke aus der Schulter und vom fettreichen Nacken geschnitten, in grobe Stücke zerteilt, gewürzt und angebraten.
Bis zum Ende der Schlachtung und der vollständigen Zerlegunggarte der Braten und diente dann als Beköstigung derSchlachtehelfer und oft auch der Nachbarn.
Wie bei jedem guten Essen schmeckt es stets am besten, je mehr Menschen sich am Tisch versammeln. Danach richtet sich natürlich auch die Menge der verwendeten Zutaten.Aber auch für 4 Personen kann diese schmackhafte Mahlzeit zubereitet werden und den eigenen Verfeinerungen nach Geschmack sind hierbei keine Grenzen gesetzt.

EINKAUFSLISTE:

2 kg frisches Schweinefleisch (Nacken und Schulter)

3 – 4 große Zwiebeln

Salz, Pfeffer, Piment nach Bedarf und Geschmack

Butterschmalz oder Öl

500 ml Sahne

800 ml Wasser

zum Anrühren: 100 ml Wasser, 1-2 Essl. Mehl

Das Fleisch in 7 – 10 cm große Stücke schneiden und mit den Gewürzen bestreuen.Butterschmalz oder Öl in einem Bratentopf erhitzen, die Fleischstücke zugeben und von allen Seiten schön braun braten lassen.
Die Zwiebeln häuten und grob geviertelt zum Snirtje geben und kurz anbraten. Darauf achten, dass jede Seite der Fleischwürfel gut angebraten wird. Mit Wasser dann die Fleischstücke angießen, sodass sich die Röstaromen gut vom Boden lösen.

Die Fleischstücke sollten zu 2/3 von der Flüssigkeit bedeckt sein. Deckel des Bräters schließen und das Fleisch bei schwacher Hitze etwa 2 Stunden schmoren lassen.
Dabei die Fleischstücke mehrmals wenden, damit alles gleichmäßig durchgegart und zart wird. Abschließend die Fleischstücke aus der Soße nehmen, um die Soße mit 3 Esslöffeln Sahne und 1 Esslöffel Mehl abzubinden. Die Soße mit Salz und Pfeffer würzig abschmecken.
Der Snirtjebraten nach Ostfriesischer Artwird mit Rotkohl und Salzkartoffeln gegessen. Senfgurken runden das Essen zusätzlich ab.
Ein gut gekühltes Bier passt hervorragend zu diesem deftigen Gericht.

Variationsmöglichkeiten noch und noch…
Wie bei vielen Gerichten sind den Möglichkeiten verschiedener Variationen nach eigenem Geschmack wie auch in den verschiedenen Regionen Ostfrieslands beim Snirtjebraten keine Grenzen gesetzt:

  • Zu besonderen Gelegenheiten kann auch Filet oder ein anderes Stück Fleisch verwendet werden. Auch Rind- oder Putenfleisch bieten sich für die Verwendung an, da Schweinefleisch nicht jedermanns Sache ist.
  • Als Gewürze können auch Nelken, Wacholderbeeren und Lorbeerblättern hinzugegeben werden. Vielfach werden die grob gewürfelten Fleischstücke vor dem Anbraten mit Senf bestrichen.
  • Statt Salzkartoffeln werden häufig auch leckere Bratkartoffel gereicht.
  • Als Gemüsebeilage werden neben dem selbst gemachter Rotkohl und sauren Gurken oft auch grüne Bohnen, Roter Bete und/oder süß-sauer eingelegter Kürbis angeboten. Bekannt ist das Gericht auch mit „Uppstöfft Kohlrabi“ – mit Kohlrabi in einer leckeren Schwitze.
  • In der Region bieten einige Schlachter in heute bereits fertig gewürzten Snirtjebraten an. Ein fertiges Snirtje-Gewürz wird z.B. im Emsland beim Fleischer offeriert.

„Guten Appetit“ – Wie immer und wo immer Sie dieses Gericht auch essen!

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