St. Peter-Ording Pfahlbauten im Watt

St. Peter-Ording Pfahlbauten im Watt

 

Die Pfahlbauten – Wahrzeichen von St. Peter-Ording

Zwar gab es bereits im Jahr 1837 in der Nähe von Ording Bestrebungen, mit Badekarren und einem Zelthaushier einen Badebetrieb zu etablieren, aber wer wollte zu dieser Zeit schon den beschwerlichen Weg auf sich nehmen, um „an’s Ende der Welt“ zu reisen.
 
Dabei war es für die Bewohner damals eine existenzielle Frage, den Badebetrieb voranzutreiben, denn durch ständigen Sandflug konnte sich hier nie ein großartiger Fischfang/Krabbenfang etablieren, da durch die Verwehungen kein Hafen angelegt werden konnte. Auch die Landwirtschaft, von der große Teile der damaligen Bevölkerung lebten, warf oftmals nicht genug ab, da die Ländereien häufig durch Überflutungen versalzten oder versandeten.1877 gab es erste richtige Anfänge als Badeort, als hier das erste Hotel erbaut wurde.

Trotzdem war die Verkehrsanbindung lange Zeit ein Handicap für die Entwicklung des Bäderbetriebs des Ortes. 1892 erreichte man Garding per Bahn, womit die Sommerfrische ein Stückchen näher rückte. 1926 wurde die Seebrücke gebaut, die direkten Zugang zum Meer ermöglicht; und seit 1932 erleichterte die Weiterführung der Bahnstrecke Husum – Garding nach St. Peter-Ording die Reise in den Badeort. Schließlich wurde 1973 die Strecke Hamburg- St. Peter-Ording durch eine bessere Straßenanbindung über das Eidersperrwerk noch schneller gemacht.

 

Typisch für St. Peter-Ording – die Pfahlbauten

Der 12 Kilometer lange und bis zu 2 Kilometer breite Strand von St. Peter-Ording besitzt fünf Badestellen. Hier stehen – an jeder Badestelle 3 – die charakteristischen Pfahlbauten, die für St. Peter-Ordingso typisch und in dieser Form eine Ausnahmeerscheinung an der deutschen Küste sind. Wie Bauwerke auf Stelzen ragen sie bei Ebbe aus der vorgelagerten Sandbank heraus.

Vor inzwischen über 100 Jahren, nämlich im Jahr 1911, wurde der erste dieser charakteristischen Pfahlbauten errichtet und wurde volkstümlich „Giftbude“genannt, was allerdings mit Gift rein gar nichts zu tun hatte. Diese Bezeichnung war vielmehr dem Plattdeutschen entlehnt und besagte, dass es dort „watgift“ (etwas gibt). Unter Kennern war damit insbesondere ein guter Cognac gemeint. Der erste Pfahlbau war jedoch relativ niedrig gebaut und überlebte die stürmischen Fluten nur für eine kurze Zeit.

Trotzdem wollte man auf dieses Alleinstellungsmerkmal an der deutschen Nordseeküste nicht verzichten und nachfolgende spätere Pfahlbauten wurden vorsorglich höher gebaut sind natürlich auch heute immer wieder von Sturmfluten bedroht.

 

Fünf Strände – 5 Restaurants auf Pfählen

Natürlich „giftdat“ auch heute hier etwas für den „geistigen Genuss“ aber auch etwas für die Stärkung der Strandbesucher: Die Pfahlbauten beherbergen Restaurants, in denen man einen wunderbaren Ausblick hat, in ihnen sind die gewissenhaften Wächter der DLRG-Aufsicht untergebracht, die Badegäste und Strandwanderer beobachten und rechtzeitig vor gefährlich steigenden Wasserständen warnen.

Zu beachten ist, dass außerhalb der bewachten Bereiche das Baden und Wandern auf eigenes Risikoerfolgt. Außerdem befinden sich hier ebenfalls die sanitären Einrichtungen der jeweiligen Strandabschnitte. Nun kann der Gast seine Auswahl treffen und die 5 Pfahlbaurestaurants während seines Aufenthalts nacheinander besuchen:

Im Strandabschnitt Böhl (Ortsteil Böhl), am Böhler Strand, befindet sich das Pfahlbaurestaurant „Die Seekiste“.

Im Strandabschnitt Süd von St. Peter-Ording (Ortsteil Dorf, Zum Südstrand 1) lockt das das Pfahlbaurestaurant „Die Strandburg“ zur Einkehr.

Im Strandabschnitt Bad (Ortsteil Bad) steht das Pfahlbaurestaurant „Arche Noah“.

Im Strandabschnitt Ording (Ortsteil Ording) steht das Pfahlbaurestaurant „Strandbar 54° Nord“

Im Strandabschnitt Ording-Nord (Ortsteil Ording) das Pfahlbaurestaurant „Silbermöwe“

 

St. Peter-Ording– Tourismus als wirtschaftliche Kraft auf Eiderstedt

Mit der Errichtung des ersten Sanatoriums „Goldener Schlüssel“ durch das Ärzte-Ehepaar Feltenim Jahr 1913 wurde die erstmalig im Jahr 1911 begonnene Aufnahme von kranken Kindern fortgeführt – das kleine St. Peter wurde damit als Kinder-Kurbad mit einem Seehospiz bekannt.

St. Peter-Ording, das erst 1967 aus den Ortschaften Ording und Sankt-Peter zusammengelegt wurde, gehört als Gemeinde seit 1970 zum Kreises Nordfriesland und war bis dahin eine Gemeinde im damaligen Kreis Eiderstedt.

Mit der Entdeckung einer starken Jodsolequelle im Jahr 1953 und der 1958 erfolgten staatliche Anerkennung als Nordseeheil- und Schwefelbad stieg die Nachfrage nach Kur- und Erholungsmöglichkeiten in St. Peter-Ording permanent, was sich nicht zuletzt in dem Baugeschehen vergangener Jahre zeigt. Die Zahl der um 1900 ausgewiesenen Anzahl von „nur“ fünf Hotels ist heute bei weitem übertroffen. Pensionen und komfortable Ferienwohnungen haben inzwischen die einfachen Privatquartiere, die an Feriengäste vermietet wurden, abgelöst. Heute gilt z.B. das Meerwasser- und Erlebnisbad mit seiner Saunalandschaft in der „Dünen-Therme“ als eines der schönsten Freizeitbäder an der Nordseeküste.

Bereits damals wurde St. Peterallein durch Mundpropaganda schnell zu einem Geheimtipp: Hotels und private Ferienunterkünfte wurden insbesondere von vielen Hamburgern belegt, die wegen der dort um 1890 herrschenden Cholera hierher kamen, um nicht zu erkranken. Die Vermietungszeiten in den zunehmend angebotenen Privatquartieren verlängerten sich beträchtlich.

Auch heute werden durch Mundpropaganda und Berichte von Urlaubern und Kurpatienten die guten Erfahrungen, die in St. Peter-Ording gemacht wurden, weitergegeben: Mehrere Reha-Kliniken bieten heute als AHB- und Nachsorgekliniken ihre medizinischen, therapeutischen, pflegerischen, psychologischen und psychosozialen Leistungen in sehr hoher Qualität an. Dabei spielen Strand, Meer, die salzhaltige Luft und die Nutzung der heilenden Wirkung des Nordseewassers oftmals für die Wahl einer Klinik in SPO eine entscheidende Rolle. Und so sind die eindrucksvollen Pfahlbauten am Strand von St. Peter-Ording heute im gesamten Bundesgebiet ein allseits bekanntes Markenzeichen des Ortes.

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