Der „Weiße Schwan des Südatlantiks“ fährt zum TÜV

Der „Weiße Schwan des Südatlantiks“ fährt zum TÜV

MS „CAP SAN DIEGO“ geht in die Werft

Jeder, der die Freie und Hansestadt Hamburg schon einmal besucht hat, an den Landungsbrücken oder auf der Elbpromenade war bzw. an einer Hafenrundfahrt teilgenommen hat, konnte ihn schon bewundern – den Frachter „Cap San Diego“. Das Stückgutschiff liegt als Museumsschiff an der Überseebrücke des Hamburger Hafens. Die noch heute elegante Silhouette und der helle Anstrich sind einfach ein hervorstechender Blickfang und das nicht nur für Freunde und Interessenten maritimer Geschichte. Für viele ist das Schiff zu Recht ein beeindruckendes Fotomotiv.

Einst als Stückgutfrachter für die Reederei Hamburg Süd unterwegs
Zusammen mit den fünf Schwesterschiffen „Cap San Nicolas”, „Cap San Marco“, „Cap San Lorenzo”, „Cap San Augustin” und „Cap San Antonio“ gehörte die „Cap San Diego“ zur Serie der schnellen Stückgutfrachter, die 1961/1962 bei der Deutschen Werft in Hamburg sowie den Howaldtswerken in Kiel und den Howaldtswerken Hamburg für die Reederei „Hamburg-Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft Eggert & Amsinck“, kurz Hamburg Süd, gebaut wurden.

Wie die anderen Schiffe der Serie eingesetzt im Liniendienst zwischen Hamburg und Brasilien bzw. Argentinien ist die „Cap San Diego“ heute das letzte noch erhaltene Schiff dieser Baureihe und war bis 1981auf der Route Europa – Südamerika unterwegs und wurde wegen seiner Farbgebung als „weißer Schwan des Südatlantiks“ bezeichnet.

Ab 1981 waren die spanische Reederei YBARRA und die Multitrade Shipping in Monrovia neue Eigner. Kurz vor der Verschrottung wurde 1986 die inzwischen in „Sangria“ umbenannte „Cap San Diego“ von der Freien und Hansestadt Hamburg gekauft und Renovierungs- und Erhaltungsarbeiten wurden schrittweise so durchgeführt, dass eine Umwandlung zum Museumsschiff mit Räumen für Ausstellungen und Veranstaltungen möglich wurde. 1987 erfolgte eine Generalüberholung bei der Howaldtswerke-Deutsche Werft (Werk Ross), die durch die Stiftung „Hamburger Admiralität“ ermöglicht wurde.Die Stiftung „Hamburger Admiralität“ wurde für die „Cap San Diego“Im Jahr 1987 von der Freien und Hansestadt Hamburg gegründet, um als Eigentümerin agieren zu können. Sie hat das seit 1988 an der Hamburger Überseebrücke liegende Museumsschiff zur Instandhaltung und Bewirtschaftung an die „Cap San Diego“- Betriebsgesellschaft verpachtet.

Die Fahrt in die Werft und zurück – aus eigener Kraft
Zunächst verwundert diese Nachricht, aber in dem Wissen, dass die „Cap San Diego“ das größte noch fahrtüchtige, zivile Museumsschiff der Welt ist, gehört es natürlich dazu, dass sie am 29.Februar aus eigener Kraft von Hamburg aus Bremerhaven angelaufen ist. Hier stehen auf der Werft Germany Dry Docks in den nächsten drei Wochen aufwändige Überholungen im und am Schiff an:Tanks müssen gereinigt und ihre Dicke gemessen werden, das Ladegeschirr wird getestet und an der Luke 1 muss ein komplettes durchgerostetes Deck mit ungefähr 80 Quadratmeter Stahlerneuert werden. Außerdem werden im Dock Außenhaut und Schiffsboden vom Muschelbewuchs gereinigt, insgesamt sollen dort rund 200 Punkte abgearbeitet werden.

Nach Abschluss der Arbeiten, die mit Kosten von einer runden Million Euro veranschlagt werden, erfolgt die Klassenerneuerung durch den DNV GL, praktisch der TÜV für Schiffe mit einer Gültigkeit für die nächsten 5 Jahre. Die erfolgreiche Klassifizierung ist Voraussetzung für die Erteilung der Sondergenehmigung für die regelmäßigen Fahrten nach Cuxhaven, Kiel, Wismar, Bremerhaven und Helgoland – unterwegs als ein Wahrzeichen Hamburgs und auch weiterhin als das weltweit größte noch fahrtüchtige Museumsschiff – mit diversen Wechselausstellungen an Bord, mietbaren Veranstaltungsräumen und . einem kleinen Hotelbetrieb für Touristen.

Geplant ist übrigens, dass die „Cap San Diego“ im Anschluss an den Werftaufenthalt mit 500 Gästen an Bord auf der Weser nach Bremen und wieder zurück nach Bremerhaven fährt.

Öffnungszeiten:
täglich von 10 bis 18 Uhr (außer am 24.Dezember)
zur Besichtigung des Schiffes
sowie der Ausstellungen an Bord

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