Das war der „Tag des offenen Denkmals“ 2017 in Nordfriesland

Das war der „Tag des offenen Denkmals“ 2017 in Nordfriesland

Unter dem Motto „Macht und Pracht“ fand der „Tag des offenen Denkmals“ für das Jahr 2017 statt und war, wie gewohnt, am zweiten Sonntag im September in ganz Deutschland ein Publikumsmagnet für Jung und Alt: Am 10. September öffneten bundesweit mehr als 7.500 historische Bauten, Parks und archäologische Stätten ihre Türen für Kultur-, Architektur- und Geschichtsfans. Wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als bundesweite Koordinatorin der Aktion mitteilte, waren an diesem Tag rund 3,5 Millionen Besucher bei den Denkmalen und Themenführungen dabei.

In Schleswig-Holstein gab es dazu erstmalig einen offiziellen Empfang am Vortag im Gartensaal des Schloss Ahrensburg. Betont wurde dabei, dass man für den Denkmalschutz alle historisch und kulturell wertvollen Gebäude auf einem Level zu sehen hat, ungeachtet dessen, ob es sich dabei um ein altes, kleines Bauernhaus oder um ein prächtiges Anwesen handeln würde. Hier gibt es keinerlei Abstufung nach wertvoller oder wichtiger.

 

Willkommen bei „Macht und Pracht“ auch in Nordfriesland

So war es auch in Nordfriesland für viele interessierte Besucher möglich,

Streifzügen in die Vergangenheit zu unternehmen und historische Bauten und Stätten zu besuchen, die sonst gar nicht oder nur teilweise zugänglich sind. Zwar lautete das Motto in diesem Jahr „Macht und Pracht“, doch ging es hier keinesfalls um ein vordergründiges Zeigen von „Reich und Groß“, sondern darum, dass jedes Denkmal  viel über die sozialen und kulturellen Verhältnisse der Zeit seiner Entstehung und Nutzung zu berichten hat. Dabei waren es insbesondere die Eigentümer bei ihren fachkundigen Führungen, die an konkreten Beispielen über die Aufgaben und Tätigkeiten, aber auch über Probleme der Denkmalpflege berichteten und vielfach den Blick auf Details lenkten, die einem ungeschulten Auge oft verborgen bleiben. Die Einrichtungen und Privathäuser, die ihre Türen für ein interessiertes Publikum geöffnet hatten, boten vielfach auch kulturelle Veranstaltung und eine freundlichen Bewirtung mit Kaffee und Kuchen an. Damit trugen insgesamt viele Institutionen, Kreise, Städte, Gemeinden, Verbände, Vereine, privater Denkmaleigentümer und Bürgerinitiativen zum Gelingen des seit 1993 bundesweit  durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordinierten „Tages des offenen Denkmals“ bei.

In Nordfriesland waren an diesem Tag folgende Einrichtungen und Gebäude dabei:

 

Das Husumer „Stadthaus der Augusta“

– Markt 1, 25813 Husum –

in dem durch den  Eigentümer, Herrn  Bernd Biermann, Führungen angeboten wurden, die so gefragt waren, dass bei einer möglichen Teilnehmerzahl von 20 Personen pro Führung Vorab-Anmeldungen zwingend erforderlich waren. Das Stadthaus der Augusta ist  ein historisches Herrenhaus, das in großen Teilen im Zustand von 1589 erhalten ist. Einzigartige Stuckdecke der Renaissance von 1624 im ehemaligen Audienzsaal der dänischen Prinzessin Augusta (Herzogin Augusta). 2013-16 aufwendig mit Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege Schleswig-Holstein restauriert. Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

 

Die „Alt-katholische Kirche St. Theresia“

– Osterdeich 1, 25845 Nordstrand –

ist die Pfarrkirche des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland für Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen. Sie befindet sich auf der Insel Nordstrand auf dem Osterdeich, zwischen den Kögen Alterkoog und Osterkoog im Ortsteil Süden

Die Kirche wurde1662 von holländischen Deichbauern errichtet, Backsteinsaalbau in den Formen der niederländischen Renaissance. Die Seitenwände und die Giebelfront, die den Dachreiter mit einer achteckigen Laterne trägt, sind reich mit Blendbögen gegliedert. Am Turmschaft über dem Portal steht in großen Lettern D O M, was der Kirche den Namen Theresiendom einbrachte. Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Zu den Öffnungszeiten am „Tag des offenen Denkmals“ stelle Pfarrer Jens Schmidt seine Kirche den Besuchern bei zwei Führungen persönlich vor.

 

Das „Herrenhaus Hoyerswort“ 

Kotzenbüller Chaussee 2, 25870 Oldenswort –

– ein Renaissancebau, ist heute einziger herrschaftlicher Wohnsitz auf Eiderstedt. Von 1564-94 vom Staller Caspar Hoyer, einem obersten landesherrliche Beamten, entsprechend einem Amtmann, restauriert und schlossähnlich erweitert, mit doppeltem parkähnlichen Grabensystem umgeben. Zweigeschossiges Backstein-Traufenhaus mit geschweiften Renaissancegiebeln, Erker und achteckigem haubenbekröntem Treppenturm. 1988 restauriert, Nutzung als Café, Galerie, Museum und Keramik-Atelier. Der Hausherr führte an diesem Tag die Gäste in alter spanischer Tracht

Öffnungszeiten Di – So 11 Uhr – 18 Uhr

 

Das „Haus Peters“

– Dörpstraat 16, 25882 Tetenbüll-

wurde um 1760 gebaut und war bis 1955 Wohntrakt eines ehemaligen Haubargs der Familie Peters. Innenliegend ehemaliger Kolonialwarenladen von 1820. Älteste, an ihrem Ursprungsort erhaltene und öffentlich zugängliche, ländliche Hökerei (Laden eines Händlers) in Schleswig-Holstein. Küche und Stuben mit gründerzeitlichem Mobiliar. Seit 1991 als Museum, Galerie und Ausstellungsort genutzt. Ein historischer Bauerngarten umgibt das Haus. Eine Führung erfolgte für alle interessierten Besucher durch Uwe Thomas Guschl im Rahmen der Ausstellung „Häuser, Hütten, Scheunen, Ställe“.

Öffnungszeiten Di – So März – Mai 14 Uhr – 18 Uhr, Juni – Sept. 11Uhr – 18 Uhr, Okt. – Dez. 13 Uhr – 17 Uhr

 

Das „Haubarg-Bauernhaus Hochbohm“

– Hochbohmer Chaussee 10, 25832 Tönning Kating –

war nur an diesem Tag für die Öffentlichkeit zugänglich und wurde im Rahmen von Führungen durch die Eigentümer vorgestellt.

Das Haus besteht aus einem Gulfeichenständerwerk von 1588, Baujahr ca. 1600, reetgedecktes Vollwalmdach mit drei kleinen Giebeln, ursprünglich Sechsständerhaubarg, um 1800 beidseitige Haubargverlängerung zum Achtständerhaubarg, um 1950 überbauende Modernisierung, 2011-2016 teilweiser Rückbau und Restaurierung des äußeren Erscheinungsbildes, Restaurierung im Inneren mit baubiologisch nachhaltigen Materialien. Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

 

Im „Haubarg Fleudenberg“

– Hof Fleudenberg 1, 25832 Tönning –

ist nicht öffentlich zugänglich und wurde in einem sehr interessanten Ambiente  mit einer Ausstellung der Niederländerin Marian Wijnvoord angeboten: Seestücke begleiten ihr Schaffen seit ihrer Jugend in Zeeland mit weiten Himmeln und wildem Meer.

Der Haubarg wurde ca. 1850 errichtet und bis 1972 als Bauernhof betrieben. Seitdem in Privatbesitz. Zu Beginn der 1990er Jahren wurde im Nachbardorf Kotzenbüll auf dem Junkernhof eine Haubargscheune abgebaut und nach denkmalpflegerischen Grundsätzen hinter dem Haubarg wieder aufgebaut.

Führungen wurden auch hier durch die Eigentümer veranstaltet.

 

Das  Gebäude des „Historischen Museums Alte Münze/Mennonitenkirche“

– Am Mittelburgwall 23, 25840 Friedrichstadt –

wurde  1626 als Speichergebäude errichtet und ist heute Museum der Stadt. Im Anbau Kirche der Mennoniten. Die Kirche kann vom Museum aus besichtigt werden. Beispiel niederländischer Baukunst der Renaissance in Norddeutschland.  Seit 2010 gibt es hier eine erneuerte Dauerausstellung zur Stadtgeschichte.

 

Die „Kath. St.-Knud-Kirche“

– Am Fürstenburgwall 15, 25840 Friedrichstadt –

ist eine ist eine ehemalige römisch-katholische Kirche, die 1854 geweiht wurde. Der neugotische gelbe Backsteinbau ohne Turm ist seit dem 31. Oktober 2003 profaniert, die weitere Nutzung noch unklar. Der Vorgängerbau beherbergte die erste katholische Gemeinde Schleswig-Holsteins nach der Reformation. Gewidmet war sie dem Heiligen Knud, von 1080 bis 1086 König von Dänemark. Derzeit ist eine definitive weitere Nutzung noch unklar.

 

Die „Remonstrantenkirche“

-Prinzeßstraße, Ecke Kirchenstraße 25840 Friedrichstadt  –

wurde 1854 geweiht. Der  Vorgängerbau wurde im Krieg zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark 1850 zerstört. Klassizistischer Bau, der im Innern schlicht gehalten ist. Die Remonstranten, als protestantische  Glaubensflüchtlinge aus den Niederlanden, gründeten 1621 Friedrichstadt. Noch heute feiern Remonstranten hier regelmäßig Gottesdienst. Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

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