Typisch friesische Kunst – Die Friesenkunst

Die Friesen sind ein sehr altes Volk und siedeln schon seit vielen Jahrhunderten im Norden von Deutschland. In der Bundesrepublik besitzen die Friesen sogar den Status einer nationalen Minderheit. In Holland, der zweite Siedlungsraum der Friesen an der Nordsee besteht sogar die Provinz Friesland, in der das Friesische eine anerkannte Amtssprache ist.

Ein reisender Grieche namens Pytheas von Massilia belegte mit seinen Aufzeichnungen die Existenz der Friesen an der Nordseeküste, und das schon um 325 v. Chr. Dabei beschrieb er auch ein Handelsgut, das einen erheblichen Teil des friesischen Kunsthandwerks ausmacht. Bernstein, das urzeitliche Baumharz war damals schon ein begehrtes Handels- und Kunstobjekt.

Kunst und Kunsthandwerk gehen Hand in Hand
Wie bei vielen anderen alten Volksstämmen entstammt die Kunst und das Kunsthandwerk der Friesen aus der täglichen Arbeit mit den Materialien. Der bereits erwähnte Bernstein, aber auch Verzierungen an den Booten und an den Häusern. Speziell an typischen Friesenhäusern ist die alte Friesenkunst in Form reich verzierter Eingangstüren zu erkennen. Meist entstanden diese Verzierungen als Winterarbeit, wenn die Fischer und Seeleute aufgrund der rauen See gezwungen waren, an Land zu bleiben.

Die Bernsteinverarbeitung fand und findet nach wie vor an der gesamten friesischen Küste und natürlich auf den vorgelagerten Inseln statt. Das Material wird in der Hauptsache zu Schmuck verarbeitet. Zu Halsketten, Armbändern und Ohrringen. Dabei entstehen oft interessante Mischungen zwischen Silber, Bernstein und gerne auch Fossilienfunden von versteinerten Schnecken. Wer sich folglich eine Bernsteinkette umlegt, hat so gleich mal etwa 40 Millionen Jahre Erdgeschichte dabei.

Ein großer Künstler aus dem Norden
Im späteren Verlauf ihrer Geschichte entdeckten die Friesen die Malerei und fanden an der wild-romantischen Küste Norddeutschlands jede Menge Motive. Der mit Abstand bekannteste Maler, der ostfriesische Vorfahren besaß, war Emil Nolde. Der Maler kam 1867 in Buhrkall als Hans Emil Hansen zur Welt. Seinen Künstlernamen Nolde entlehnte er dem Namen des Ortsteils Nolde von Buhrkall. Der Maler beschäftigte sich in seiner Kunst hauptsächlich mit dem norddeutschen Landleben und hinterließ nach seinem Tod im Jahr 1956 ein sehr umfangreiches Werk.

Neben den Malern der Romantik und des Ex- wie Impressionismus der vergangenen zwei Jahrhunderte ist die moderne friesische Kunstszene äußerst lebendig. Allerdings beschäftigen sich die meisten heutigen Künstler aus dem Gebiet der Friesen kaum noch mit dem Land und den Leuten des hohen Nordens, sondern eher mit zeitgenössischen Themen und Materialien. Denn was die Künstler der Vergangenheit mit Ölfarbe und Tusche an Eindrücken einfingen und zu Papier und Leinwand brachten, wird heute mit Digitalkamera und Videorekorder zu Clips und Postern bearbeitet.

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