Windkraft von der Nordsee

Die Nordsee ist wie hoffentlich alle wissen ein Meer am Rande des Atlantischen Ozeans. Die Meerengen beim Ärmelkanal und beim Skagerrak schaffen die Verbindung zum Atlantik. Die Nordsee ist von drei Seiten durch Land begrenzt. In seinem Küstenbereich leben etwa 80 Millionen Menschen. Die Staaten an der Nordsee nutzen die küstennahen Bereiche zur windbetriebenen Stromproduktion. Große Vorreiter sind neben Deutschland auch Großbritannien und Dänemark. Das Ökosystem der Nordsee ist, aufgrund der Zunahme menschlicher Aktivitäten zunehmend gefährdet.

Die windbetriebene Stromproduktion

Eine Windkraftanlage nutzt mit einem Rotor die Energie des Windes aus. Diese Energie wird in elektrische Energie umgewandelt und später in das Stromnetz eingespeist. Eine moderne Windkraftanlage besteht aus einem bis zu 100 m hohen Turm. An der Spitze befindet sich eine Gondel. In der Gondel befindet sich der Großteil der eingebauten Technik, wie der Generator und das Getriebe. Die Gondel selbst kann um 360 Grad gedreht werden. Durch den Rotor gesteuert, steht sie optimal zur Windrichtung. Der Wind treibt den mit drei Rotorblättern ausgestatteten Rotor an. Das Getriebe überträgt die Rotordrehung auf eine Achse, die damit einen Generator antreibt. Dieser erzeugt den elektrischen Strom. Je stärker der Wind weht, desto größer ist die Energieausbeute des Generators.

Windkraftanlagen an der deutschen Nordsee

Die Nordseestaaten wie Großbritannien und Dänemark nutzten als Erste die küstennahen Bereiche der Nordsee zur windbetriebenen Stromproduktion aus. Windkraftanlagen entstanden vor der englischen Küste in Blyth im Jahre 2000 und vor der dänischen Küste im Windpark Horns Rev. im Jahre 2002.

Es wurden auch in Deutschland Planungen in Auftrag gegeben, um an der Nordsee Offshore-Windparks zu errichten. Der Vorteil gegenüber Windparks an Land besteht darin, dass erheblich stärkere Winde auf See genutzt werden können. Doch steckt die Entwicklung noch in den Anfängen. Der „alpha ventus“ ist der erste Offshore-Windpark in der deutschen AWZ und liefert seit dem Ende des Jahres 2009 elektrischen Strom. Im April 2010 wurde er offiziell in Betrieb genommen. Zwei weitere Windkraftanlagen – „Bard Offshore 1“ und „Borkum West II“ – befinden sich derzeit im Bau.

Veränderungen in der Nordseelandschaft

Bei der Errichtung von Offshore-Windanlagen wird unterirdisch mittels eines Bohrers in der See, ein nicht unerheblicher Geräuschpegel verursacht. Deshalb fordert der Naturschutzbund Deutschlands (NABU) hier Blasenschleier einzusetzen. Mit dieser Technik könnte der Lärmpegel stark gesenkt werden. Schweinswale können durch den entstehenden Lärm erschreckt werden. Als Folge irren die Wale dann orientierungslos umher. Der Naturschutzbund kritisierte, dass beim Bau von „alpha ventus“ diese Technik nicht eingesetzt wurde. Auch gibt es noch eine andere Möglichkeit der Geräuschvermeidung. Bei der Verwendung von Schwerkraftfundamenten würden keine schädigenden Geräusche für die vom Aussterben bedrohten Wale entstehen. Der Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts in der Nordsee sollte es das auf jeden Fall wert sein.

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